Vom Hurricane zum Taifun und noch mehr Tropenstürme

Derzeit sind mehrere Tropenstürme im Pazifik und Atlantik unterwegs. Am meisten ist, wie schon in den letzten Monaten, im Ost- und Westpazifik los. Der Hauptgrund für diesen Unterschied zwischen ruhiger Atlanik- und aktiver Pazifiksaison ist im sehr starken El Nino Ereignis in diesem Jahr zu finden (wir berichteten). Machen wir einen kleinen Rundflug.

 

Ostpazifik:            Hurricane JIMENA

 Hurricane IGNACIO

 Tropische Depression 14-E

Westpazifik:         Taifun  KILO

Atlantik:                Tropensturm FRED

 

Vom Hurricane zum Taifun: KILO

Die wohl beeindruckendste Lebensdauer weist zur Zeit der ehemalige Hurricane KILO auf. Vor über 10 Tagen, am 20. August, wurde Kilo im Ostpazifik südöstlich von Hawaii als Tropische Depression geboren. Eine Woche später hatte er sich zum Kategorie 4 Hurricane verstärkt und bildete am letzten Wochenende zusammen mit den Hurricanes Jimena und Ignacio ein Hurricane-Trio im Ostpazifik. Ein Hochdruckgebiet bei Japan sorgt nun dafür, dass sich Kilo weiter westwärts verlagert vom Ost- in den Westpazifik. Am späten Dienstagabend (MESZ) war es soweit. Kilo hat die Datumsgrenze nach Westen überquert und wurde mit dieser Überquerung in den Westpazifik offiziell vom Hurricane zum Taifun (es handelt sich nur um eine andere Namensgebung).

 

 

Kilo befindet sich immer noch in einem gut organisierten Zustand und im warmen Wasser noch dazu in einer günstigen Umgebung. Die derzeitigen Berechnungen gehen daher davon aus, dass Kilo als Supertaifun (= Kat. 4) noch weitere 5 bis 10 Tage leben wird. Er bedroht zwar momentan kein Land, aber er könnte dadurch zu einem der langlebigsten Tropenstürme werden.  Der bisherige langlebigste Tropensturm war laut NOAA mit 30 Tagen der Hurricane/Taifun JOHN im August-September 1994.

 

Hurricane JIMENA

Jimena, am Montag noch ein Major Hurricane der Kategorie 4, hat am Dienstag begonnen sich abzuschwächen. Der Tropensturm liegt derzeit als Kategorie 3 Hurricane über 1000 km östlich von Hawaii, ist aber zur Zeit wirklich noch ein schön anzusehender Hurricane mit gut organisierter Struktur (Auge gut ausgeprägt). Jimena zieht in den nächsten Tagen unter weiterer Abschwächung mit 17 km/h nordwestlich an Hawaii vorbei. Jimena bedroht also kein Land.

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Hurricane Jimena

 

Hurricane IGNACIO

… liegt ein paar hundert km nördlich von Hawaii und wird dort auch verbleiben, die Insel also nicht direkt treffen. Seinen Höhepunkt hatte Ignacio am vergangenen Wochenende als Major Hurricane der Kategorie 4. Er gehörte zum besagten Hurricane-Trio. Die östlichen Küstenabschnitten Hawaiis bekommen von Ignacio dennoch etwas ab. Bis zur Wochenmitte muss man dort mit hohem Wellengang und gefährlichen Strömungen rechnen. Also nichts zum Baden.

Hier noch ein weiteres Satellitenbild (zusätzlich zum Titelbild), auf dem man alle drei Tropenstürme, so wie die Tropische Depression 14-E (mehr dazu unten) auf einmal sieht:

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Kap Verden-Hurricane FRED

Vom Pazifik geht es in den tropischen Atlantik. Am Wochenende wurde der Tropensturm FRED vor der Küste Afrikas geboren. Er zog Richtung Kap Verden und verstärkte sich am Montag (31.8.) zum zweiten Hurricane in dieser Saison und zum ersten Hurricane seit 1892, der die Inseln traf. Die Kap Verden lagen am Montag also unter einer offiziellen Hurricane Warnung. Die Wetteraufzeichnungen für die Kap Verden sind allerdings leider nicht sehr exakt, aber voraussichtlich war es für die Kap Verden die allererste offizielle Hurricane Warnung überhaupt. Es ist ebenfalls nicht völlig klar, ob es tatsächlich noch nie einen Hurricane gab, der auf den Kap Verden auf Land getroffen hat (landfall). Es gab in der Geschichte durchaus Fälle, in denen Hurricanes den Inseln sehr nahe kamen, meist sind sie aber doch einige hundert Kilometer weiter vorbei gezogen. Laut des National Hurricane Centers ist Fred erst der vierte benannte Tropensturm in der Geschichte, der sich so weit östlich (östlich des 19. Längengrades) gebildet hat.

Fred sorgte am Montag mit kräftigen Regenfällen für Überschwemmungen, lokale Stromausfälle und geschlossene Flughäfen auf den Inseln. Am Dienstag hat er die Kap Verden nordwestwärts hinter sich gelassen. Er zieht nun in ein Gebiet mit trockener, stabilerer Luft und kühlerem Meereswasse, so dass er sich nun immer mehr abschwächen wird. In den kommenden 4 bis 5 Tagen ist er nur noch ein normales Tief. Er bedroht kein Land.

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Animation von Tropensturm Fred nördlich der Kap Verden

 

Tropische Depression 14-E

… und zurück in den Ostpazifik. Etwa 1100 km südwestlich vor der Küste Mexikos befindet sich die Tropische Depression 14-E. Erst bei Verstärkung zu einem Tropischen Sturm erhält sie einen Namen. Das System ist nicht wirklich gut organisiert, so dass 14-E vermutlich eine Tropische Depression bleiben wird. Sie zieht in den nächsten Tagen auf einem Nord-Nordostkurs weiter in Richtung Baja California, Mexiko.

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Zugbahn der Tropischen Depression 14-E (Quelle: National Hurricane Center)

 

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