Hurricane Joaquin wird zum außertropischen Tief

Der Hurricane Joaquin hat sich in den vergangenen Tagen auf seinem Weg von den Bahamas nach Norden bis heute zu einem Hurricane der Kategorie 1 abgestuft. Am Sonntag traf er die Bermudas und sorgte dort für kräftigen Regen und schwere Sturmböen. Die stärkste Windböe gab es am Flughafen Bermuda mit 96 km/h.

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Satellitenbildanimation von Joaquin, Montag 5.10.2015 13:45 Uhr – 20:45 Uhr MESZ. Quelle: NOAA

 

Nun liegt Joaquin bereits 315 km nördlich der Bermudas (Stand Montag, 5.10. 20 Uhr MESZ). Seine Mittelwinde liegen bei 140 km/h, sein Kerndruck bei 964 hPa. Er hat mittlerweile etwas Schwung erhalten und ist nicht mehr ganz so langsam unterwegs, wie er es noch bei den Bahamas mit einer Zuggeschwindigkeit von 7 km/h war. Aktuell bewegt er sich mit 20 km/h nach Nordosten. Das ist natürlich immer noch langsamer als die Fortbewegung in einer 30er-Zone und zeigt erneut, dass ein Hurricane nicht „rast“, wie es leider immer wieder in den Medien geschrieben wird.

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Prognose der Zugbahn für die kommenden 5 Tage. Quelle: National Hurricane Center

Die Bermudas erwarten am Montag noch einige windige Stunden, auch das Meer wird noch eine Weile aufgewühlt sein und ebenso an der Ostküste der USA noch für starke Strömungen, höhere Wellen und teilweise auch für Überschwemmungen an Küsten sorgen. Joaquin wird sich in den nächsten zwei Tagen weiter abschwächen und die Wandlung zu einem außentropischen Tief durchmachen. Mein Kollege Fabian hat bereits hier erklärt, was dies für das Wetter in Europa und Deutschland heißt.

 

Rückblick auf Joaquin

Joaquin war der 10. benannte tropische Sturm und 3. Hurricane in der diesjährigen atlantischen Hurricane-Saison. Er verstärkte sich innerhalb eines Tages vom Tropensturm der Kategorie 1 in einen Tropensturm der Kategorie 4 auf der Saffir-Simpson-Skala. Seinen Höhepunkt erreichte Joaquin am Samstag, den 3.10. Die Messungen der „Hurricane Hunter“ (sie untersuchen mit Flugzeugen aktive Tropenstürme) schätzten die Winde von Joaquin auf 249 km/h. Das sind gerade einmal 3 km/h unterhalb der offiziellen Grenze zum Hurricane der Kategorie 5. Ab Mittelwinden von 252 km/h oder höher spricht man von einem Hurricane der höchsten Stufe 5 auf der Saffir-Simpson-Skala. Damit war Joaquin der stärkste Hurricane auf dem Atlantik seit 5 Jahren. 2010 erreichte der Hurricane Igor ebenfalls Mittelwind von 249 km/h. Seit 8 Jahren hat es keinen Hurricane der Stärke 5 mehr im Atlantik gegeben. Der letzte war Hurricane Felix im September 2007. Joaquin war außerdem seit dem Jahr 1851 der 20. Kategorie 4 oder 5 Hurricane, der die Bahamas getroffen hat und der allererste Kategorie 4 Hurricane seit 1866, der seinen Weg über bzw. durch die Bahamas hinweg genommen hat.

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