Rekord-Hurrikan Patricia kurz vor „landfall“

Der Hurrikan Patricia liegt jetzt auf dem Pazifik nur noch knapp vor Mexiko und wird etwa gegen 2 Uhr MESZ auf die Küste treffen. Derzeit liegen die Mittelwinde bei 325 km/h, die maximalen Böen reichen bis zu unfassbaren 400 km/h und der Luftdruck im Zentrum liegt bei nur 879 hPa!

Satellitenbild-Animation Hurrikan Patricia bis 19:15 Uhr MESZ

Satellitenbild-Animation Hurrikan Patricia

Auf den Globus-Satellitenbildern auf kachelmannwetter.com ist der Sturm ebenfalls gut zu sehen.

Das ist Rekord, da bisher nie ein Hurrikan mit einem tieferen Luftdruck registriert wurde. Allerdings gab es Taifune, die meteorologisch das gleiche wie ein Hurrikan sind, die einen tieferen Luftdruck hatten. So zum Beispiel der Taifun Tip im Jahre 1979. Er war der stärkste je registrierte Wirbelsturm mit 870 hPa. Bedenken Sie, Patricia liegen hiervon nur noch rund 9 hPa entfernt! Der Taifun Koppu, der zuletzt die Philippinen traf hatte einen Kerndruck von 920 hPa. Die Unterschiede zwischen Hurrikan, Taifun und Zyklon werden hier im Wetterkanal von Rebekka genau erklärt.

Der Hurrikan wird mit seinem Auge etwa zwischen der Stadt Manzanillo und der bei Touristen beliebten Region Puerto Vallarta an Land gehen. Die Eyewall, so werden die extrem hochreichenden Wolken um das Auge herum bezeichnet, wird hier (violett) vermutlich katastrophale Auswirkungen haben. Durch den extremen Wind muss besonders in Küstenregionen mit schlimmen bis totalen Verwüstungen gerechnet werden. Achtung: Auch abseits davon kann der Hurrikan noch sehr viel Regen und Orkanböen bringen! Wir grenzen hier nur die vermutlich am stärksten betroffene Region ein.

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Trifft der Hurrikan auf Land und damit auch auf die sehr bergige Region, wird er sich schnell abschwächen. Das passiert immer bei Tropischen Wirbelstürmen wenn sie auf Land treffen, da sie ihre Energie aus den warmen, tropischen Gewässern ziehen. Dennoch wird er am Samstag auch im Landesinneren noch Windböen über 100 km/h bringen und vor allem sehr viel Regen!

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Die heftigen Regenfälle sind das zweite Problem neben dem Wind. Es werden recht flächig im Bereich der oben beschriebenen Eyewall 200 bis 400 l/m² fallen. Örtlich sind 500 Liter/m² möglich – mehr als eine halbe Jahresmenge in Deutschland. In nur 3 bis 6 Stunden können vor allem an den Bergen weit über 200 l/m² fallen. Das ist mehr als eine doppelte Monatsmenge in unseren Breiten.


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