Neue Überschwemmungen im Südwesten der USA

Zur Zeit sorgen die Überreste der ost-pazifischen Tropischen Depression 16-E (hier geht es zur Begriffserklärung der Tropischen Depression) im Südwesten der USA erneut für lokal kräftige Regenfälle mit Überschwemmungspotenzial. 16-E traf am Montagnachmittag (mitteleuropäischer Zeit) im Nordwesten Mexikos noch als Tropische Depression auf Land, etwa 250 km von der US-amerikanischen Grenze entfernt. Mittlerweile sind nur noch Reste in Form von viel Feuchtigkeit, die das Tropensystem auf dem Meer angesammelt hat, vorhanden, die nun für teilweise kräftigen Regen in den südwestlichen Bundesstaaten sorgt.

Schon in den letzten Tagen gab es im Nordwesten Mexikos starke Gewitter mit viel Regen, auch in Arizona sind am Montag bereits örtlich 50 bis 100 Liter/qm Regen gefallen.

Bis Mittwoch entwickeln sich vor allem von Süd-Kalifornien über Arizona bis in den Westen New Mexikos und Süden Colorados einzelne kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Auch Utah kann erneut im Süden etwas abbekommen. Lokal sind 20 bis 50 l/qm Regen möglich.

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Regensummen bis Mittwochfrüh (MESZ), die Lupe zeigt die betroffenen Regionen.

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Regensummen bis Mittwoch 8 UTC (10 Uhr MESZ, Ortszeit 1 Uhr)

Für einen Mitteleuropäer klingen solche Regenmengen nicht dramatisch. Allerdings gehören die betroffenen Gegenden zu den trockensten in den USA, sie bestehen hauptsächlich aus Wüsten und Bergen. Daher darf man diese Regenmengen nicht unterschätzen. In der Wüste ist kräftiger Regen nicht sehr gewöhnlich. Normalerweise fallen in den Wüstengebieten Arizonas im ganzen Monat September rund 25l/qm, in den Bergregionen etwa 50 l/qm. Das heißt innerhalb von kurzer Zeit kommen ganze Monatssummen oder mehr vom Himmel. Die Wüstenböden können so viel Regen auf einmal nicht aufnehmen. Überschwemmungen entstehen. In den Bergen kann der Regen für Sturzfluten ins Tal sorgen. Was das anrichten kann, musste letzte Woche der kleine Ort Hildale in Utah erleben (wir berichteten).

 

Wie kommt es zu diesen kräftigen Gewittern?

Zu Wochenbeginn lag ein Tief vor der Küste Mexikos und ein Hoch über dem Süden von Texas. Diese Konstellation sorgte dafür, dass die Reste der Tropischen Depression 16-E in Form von hoher Feuchtigkeit nordwärts in den Südwesten der USA transportiert wurde.

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Wetterlage Anfang der Woche. Der blaue Pfeil symbolisiert die feuchte Luft.

Damit Schauer und Gewitter entstehen, reicht Feuchtigkeit alleine allerdings nicht aus. Das Tief zieht nun von Mexiko weiter in Richtung Süd-Kalifornien und löst mit seinem tiefen Luftdruck eine Labilisierung der Atmosphäre aus. Die feuchte Luft kann nun leichter in höhere Luftschichten aufsteigen um Wolken zu bilden. Von alleine macht sie es jedoch nicht unbedingt. Daher kommen nun die Berge im Südwesten ins Spiel, die schlussendlich für den nötigen Schwung, den Hebungsauftrieb der Luft sorgen. Die feuchte Luft wird an den Bergen zum Aufsteigen gezwungen, sie kühlt sich ab, es bilden sich Wolken, bis hin zur Gewitterwolke.

 

Photo: By Famartin |CC BY-SA 4.0

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