Starkregen und Überschwemmungen in Utah und Los Angeles

In den letzten Tagen ist es durch kräftige Regenfälle in den Bundesstaaten Utah und Kalifornien zu Überflutungen gekommen. Besonders schwer hat es Utah getroffen. Im äußersten Südwesten des Bundesstaates sind 19 Menschen in den Regenfluten ums Leben gekommen, 1 Person wird seit Anfang der Woche noch vermisst.

Utah

48 Liter/qm Regen sind innerhalb von 48 Stunden im Zion National Park gefallen (im langjährigen Mittel fallen dort im September rund 15 l/qm). Kräftige Schauer und Gewitter, die vorübergehend für Überschwemmungen sorgen, sind im Südwesten Utahs im Sommer eigentlich nicht ungewöhnlich. Am Montag zogen jedoch innerhalb von kurzer Zeit mehrere kräftige Regenfälle über die gleiche Region (Washington County) hinweg.

Utah-rain

Lage Washington County im Bundesstaat Utah

Der Regen ließ die Bäche und Flüsse stark anschwellen. Am schlimmsten traf es das Dorf Hildale, an der Grenze zu Arizona, welches genau am Fuß von hohen Bergen und an einem kleinen Fluß/Bach liegt, dem Short Creek, der in den Bergen entspringt. Innerhalb von 19 Minuten stieg der Short Creek um 1 Meter an. Gute 1,5 Stunden später kam eine zweite Hochwasserwelle, die das Wasser in nur 15 Minuten nochmal um 1,60 Meter anstiegen ließ. Ein im wahrsten Sinne des Wortes reißender Strom durch das Dorf war die Folge. Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen.

Der Starkregen von Montag ist das schlimmste Regenereignis für Utah seit 50 Jahren und das Wetterereignis mit den meisten Toten in 2015 für die gesamte USA.

 

 

Los Angeles

Der Süden Kaliforniens wurde am Dienstag von den Resten des ehemalige Hurricane Linda getroffen, die vom Ost-Pazifik her in Richtung Kalifornien traf. Vom Meer kommend war somit noch viel Feuchtigkeit vorhanden, die sich abregnen konnte. In Los Angeles fielen am Dienstag 61 l/qm Regen.

LA-Sat

Kräftige Regenfälle sind für den Süden Kaliforniens alles andere als normal. Im Schnitt fallen in L.A. im September gerade einmal nur 6 Liter/qm. Sechs Flaschen Wasser! Mehr nicht. Somit ist klar, dass die 10-fache Menge in relativ kurzer Zeit dann doch ziemlich viel sind. Hinzu kommt, dass Kalifornien seit fast 5 Jahren an einer extremen Dürre leidet. Die Stadt hat seit über 4 Jahren nicht mehr so viel Regen an einem einzigen Tag gesehen. Mehrere Überschwemmungen in der Stadt waren die Folge. Der vergangene Dienstag geht in die Statistik für Los Angeles als 2. nassester Septembertag aller Zeiten ein. Nur am 25.9.1939 fiel mit 100 l/qm noch mehr Regen. Die nassesten Monate in L.A. sind gewöhnlich die Monate Januar bis März. Im Januar 2015 fielen 28 l/qm, im Februar und März nur wenig über 20 l/qm. Der Regen von Dienstag beendete in Kalifornien eine etwa 1,5 wöchige Hitzewelle.

 

 

 

 

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