Sturmtief Samstag — Modellvergleich für die Mittagszeit

Die Entwicklung des Tiefs am Samstag im Hinblick auf mögliche maximale Windstärken (Böen) bleibt weiterhin spannend. Kollegin Rebekka hat bereits einen Modellvergleich der Berechnungen von gestern 12z für den Gültigkeitszeitpunkt Samstag Morgen 6z präsentiert. Den sollte man sich gerne [HIER] nochmal zu Gemüte führen. Nun schauen wir uns die Berechnungen der Modelle von gestern 18z für die Windböen am Samstag Mittag 12z an.

z bedeutet Weltzeit, in Deutschland 2 Stunden vor der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Demnach ist 12z gleich 14 MESZ, 6z gleich 8 MESZ, usw. Also einfach immer nur 2 Stunden dazu rechnen und wir erhalten unsere deutsche Sommerzeit.

Rebekka hat die Modelle von A bis E betitelt. Allerdings führen die Modelle B und C um 18z keine Berechnungen durch, weshalb ich nun lediglich A, D und E vergleiche.

 

AModell A

DModell D

E Modell E

Modelle D und E rechnen also verbreitet mit um 80 km/h maximal, dennoch ziemlich großflächig: Von NRW über Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden bis nach Franken sind diese Böen zu erwarten. Modell D hat am Dreiländereck NRW-Belgien-Niederlande sogar die 100 km/h drin – „schwere Sturmböen“. Modell A geht das ganze nur wenig entspannter an, rechnet mit 60-70, im krassesten Fall vereinzelt mit 80 km/h.

Anhand der Unsicherheiten im Zeitpunkt und den maximalen Windgeschwindigkeiten sehen wir, wie schwierig es für die Modelle ist, das Windfeld dieses sich kurzfristig und sehr rasant entwickelnden Sturmtiefs zu berechnen. Es wäre daher unsinnig gewesen, schon am Mittwoch die Pferde scheu zu machen. Wir halten in jedem Fall fest: Es wird großflächig recht windig, die Gefahr für schwere Sturmböen ist zur Mittagszeit in NRW am größten; Richtung Meer auf jeden Fall noch größer. Über das Wasser kann der Wind ungehindert hinweg fegen und kommt an der Küste sicher mit 100 km/h an (Laut Modell D sogar mit 120…)! Bitte, wenn ihr auf Festivals seid (Tomorrowland!), informiert euch rechtzeitig über Ansagen des Veranstalters und baut eure Zelt gar nicht erst auf!

Kleiner Ausblick: Wenn das Tief weiterzieht, wird es im Laufe des Samstags sicherlich noch einiges in petto haben. Orkanartige 11er Böen (>103 km/h) an der Ostseeküste und auf dem Brocken halte ich für durchaus realistisch, im freien Flachland auch schwere 10er Sturmböen (89-102 km/h). Meine persönliche Einschätzung: wir werden einige 100er knacken am Samstag.

Warum wir jetzt erst die Modellberechnungen von gestern Abend diskutieren (können)? Weil die Berechnungen natürlich nicht nur eine Stunde dauern. Manche Modelle brauchen bis zu 7 Stunden, bis sie Prognosekarten ausspucken. Immerhin beschäftigen die sich mit einem chaotischen System – dem Wetter 😉 Und wenn das Ding um 18z startet, ist es eben erst heute Morgen fertig mit rechnen.

 

Titelbild (c) mt-news.de

 

2 Kommentare

  1. mitax 24. Juli 2015
  2. Buys-Ballot 24. Juli 2015

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