Modellvergleich – Sturmtief am Samstag

Die Wetterlage am Samstag ist brisant. Die Wettermodelle berechnen ein für die Jahreszeit ungewöhnlich starkes Sturmtief, welches vor allem für die Mitte und den Norden Deutschlands durchaus gefährlich werden kann. Eine Wetterlage, bei der wir Meteorologen die Modelle keinen Moment aus den Augen lassen. Daran möchten wir Euch hier auf dem Wetterkanal teilhaben lassen. Wir werden alle 6 Stunden die aktuellsten Berechnungen verschiedener Wettermodelle zeigen und vergleichen. Damit seid ihr bezüglich der Prognose für Samstag jederzeit auf dem neusten Stand.

 

Modellvergleich – Lauf: Do, 23.07. 12z 

Dargestellt sind die Berechnungen der Windböen für Samstag, 6z  (8 Uhr MESZ) von fünf verschiedenen Wettermodellen (ein Modell zeigt den Mittelwind, C). Es handelt sich um die Modellläufe von Donnerstag, 23.07. 12z.

Modell A  (Lauf Do, 23.7. 12z)

Modell A

Modell B

Modell B

Modell C

Modell C

Modell D

Modell D

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Modell E

Modell E

 

Die Sturmgefahr besteht vor allem auf der Rückseite des Tiefs. Alle Wettermodelle sind sich einig, dass das Hauptsturmfeld am Samstagmorgen über der Nordsee zwischen England und Benelux liegen und auch im Westen Deutschlands der Wind bereits aufleben wird. Hinsichtlich der Windstärken besteht zwischen den Modellen relativ guter Einklang. Über der Nordsee werden mindestens 80 km/h Windböen simuliert (Windstärke 9, Sturmböe). Allerdings berechnen die Modelle B, D und E sogar orkanartige Böen von über 110 km/h  (Windstärke 11). Im Westen Deutschlands sagen drei von fünf Modellen für das Flachland Windböen zwischen 50 und >60 km/h vorher (Windstärke 7 bis 8), am stärksten ist hier Modell B mit Sturmböen für den Westen von Rheinland-Pfalz.

Aber Nr.2

Die Wettermodelle sind sich nicht einig, welche Regionen betroffen sind. Hier liegen sie etwa 180 bis 190 km weit auseinander. Während bei Modell A und D am Samstagmorgen die stärksten Windböen etwa auf Höhe Norfolk – Westfriesische Inseln liegen, befinden sie sich bei Modell B, C und E weiter südlich auf  Höhe Canterbury – Zeeland, bei Modell E sogar direkt an der belgischen Küste bei Oostende. Ähnlich sieht es für den Westen Deutschlands aus. Wird es in der Nacht zum Samstag schon stürmisch und wenn ja, wo? Modelle E und B lassen im Saarland bereits verbreitet stürmische Böen aufkommen, während es bei den anderen noch ruhiger bleibt. Deutlicher wird der Unterscheid bei Nordrhein-Westfalen. Es sei nochmal darauf hingewiesen, dass wir uns hier Samstagmorgen anschauen, den Zeitpunkt des Beginns, wenn das Hauptsturmfeld noch draußen auf der Nordsee liegt. Kommen wir zum Fazit der 12z-Läufe, auf deren Unsicherheiten Marcus bereits gestern in seinem Video hinwies.

Fazit

Die Modelle sind sich insofern einig, dass ein Sturmtief von Benelux in Richtung Skandinavien ziehen wird. Allerdings wird die Tiefentwicklung, die Stärke des Tiefs (noch) nicht einheitlich berechnet, ebenso die Zugbahn und die damit betroffenen Regionen. 180 km Unschärfe in der Lage mögen nicht viel klingen – für Wettermodelle sind sie es auch nicht wirklich – jedoch macht es für die betroffenen Regionen einen riesigen Unterschied. Nehmen wir uns nochmal Nordrhein-Westfalen, um dies für Samstag klar zu machen. Das Problem ist also: wird das Hauptsturmfeld NRW treffen oder wird das Tief südlicher ziehen und NRW weitgehend verschonen?

 

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