Schwere Unwetter drohen in den USA

In vielen Teilen der USA drohen am Mittwoch schwere Unwetter. Auslöser dafür ist ein kräftiges Tiefdruckgebiet, das über dem Mittleren Westen der USA entsteht und am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) unter Verstärkung in Richtung Große Seen an der Grenze zu Kanada entsteht.

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Die Karte zeigt die Druckverteilung am späten Mittwochabend mitteleuropäischer Zeit (nachmittags Ortszeit) des amerikanischen Vorhersagemodells mit einem kräftigen Tief, dessen Zentrum etwa im Bereich des Bundesstaates Iowa liegen soll. An seiner Vorderseite strömt von Süden her sehr warme Luft weit nach Norden. Sie weist in Südtexas Temperaturen bis über 30 Grad auf, selbst in Missouri mitten in den USA werden noch Werte über 20 Grad erreicht. Auf der Rückseite des Tiefs weht deutlich kältere Luft heran:

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Mit dem Tief ist eine markante Kaltfront verbunden. Im Bereich unmittelbar vor dieser Kaltfront können sich in der schwülwarmen Luft ab dem späten Mittwochnachmittag (Ortszeit, später Abend und Nacht zum Donnerstag MEZ) kräftige Gewitter bilden, auch so genannte Superzellen können entstehen. Dies sind langlebige und kräftige Gewitter mit einem beständig rotierenden Aufwindbereich. Sie bringen relativ häufig Tornados hervor. Die meisten stärkeren Tornados entstehen im Bereich solcher Superzellen.

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Die Karte des Storm Prediction Centers (SPC) in Norman, Oklahoma zeigt den Bereich, der am stärksten von schweren Gewittern betroffen sein dürfte. Ein erhöhtes Risiko für schwere Gewitter mit der Gefahr von Orkanböen, Hagel und Tornados besteht im Bereich der Great Plains, im Mittleren Westen, im Mississippital und rund um die Flüsse Ohio und Tennessee. Die Tornadogefahr ist deshalb recht hoch, weil in der Höhe sehr starker Wind aus West bis Südwest weht, während am Boden deutlich schwächerer südlicher Wind anzutreffen ist. Wenn der Wind mit der Höhe dreht und deutlich zunimmt, spricht man auch von Windscherung – ein deutliches Indiz für eine markante Tornadolage.

An der Nord- und Nordwestseite des Tiefs wirkt sich die deutlich kältere Luft aus und vor allem in den Rocky Mountains kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen. Durch den auffrischenden Wind können sich gebietsweise blizzardartige Bedingungen einstellen.

2 Kommentare

  1. Anne 11. November 2015
    • Thomas Sävert 11. November 2015

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