Rückblick auf einen denkwürdigen September 2015

Wieder ist ein Monat rum. Vieles ist passiert: erst viel Regen im Westen, Föhnsturm in den Alpen mit Rekord-Wärme, kalendarischer Herbstanfang, Rekord-Hochdruck, erster Schnee… Schauen wir mal ein wenig ins Detail.

Begonnen hat der September mit dem Ende der letzten heißen Phase dieses Sommers. Dabei wurden viele Rekorde der ersten September-Dekade gleich am ersten Tag des Monats gebrochen (eine Dekade beinhaltet 10 Tage eines Monats, demzufolge hat jeder Monat drei Dekaden). Teile Sachsens und Bayerns ließen die alten Rekorde mit bis zu 34 Grad weit hinter sich. Hier die Höchstwerte vom 01. September http://kachelmannwetter.com/de/messwerte/deutschland/hoechsttemperatur.html

Höchstwerte Sachsen am 01.09.15 - zum Vergrößern klicken

Höchstwerte Sachsen am 01.09.15 – zum Vergrößern klicken

Dieser Hitzetag hatte ein jähes, gewittriges Ende mit stellenweise sehr viel Regen. Es folgte eine unbeständige Phase gemäßigter Temperaturen unter Tiefdruckeinfluss mit einzelnem Regen, hauptsächlich und teilweise ergiebig in den Alpen und im Nordwesten. Zum Ende der ersten Dekade (10. September) war das Wetter von Osten her durchwachsen mit wenig Niederschlag, bevor dann ab 12. unter atlantischem Tiefdruckeinfluss die Post abging in der zweiten Monatsdekade. Vor allem in der Westhälfte kam die meiste Monatsmenge an Regen herunter, dazu zählen NRW, Südhessen, RLP, BaWü. Hier die Niederschläge dieser Tage nachvollziehen: http://kachelmannwetter.com/de/regensummen/deutschland/niederschlagssumme-24std/20150916-2150z.html

Am 16. und 17.09. gab die Wetterlage perfekte Voraussetzungen für einen Föhnsturm in den Alpen. Dabei weht der Wind von Süden her über das Gebirge und sorgt im Norden für Erwärmung. Je stärker dabei der Wind, desto stärker die Erwärmung! So gab es an beiden Tagen neue Septemberrekorde in Bayern. An einem 17. September nochmal 30°C in München – kann man mal machen! Der Föhn sorgte auch für bombastisches Sonnenwetter, währenddessen es in Unterfranken bei vergleichsweise kalten 17 Grad geregnet hat.

Höchstwerte in Bayern am 17.09.15 - zum Vergrößern klicken

Höchstwerte in Bayern am 17.09.15 – zum Vergrößern klicken

Wechselhaft ging es weiter, wobei hauptsächlich in der Westhälfte, im Norden und in den Alpen Niederschlag vom Himmel kam. Apropos Alpen: pünktlich zum kalendarischen Herbstbeginn am 23.09. bekamen die Alpen ihren ersten Zuckerguss. Oberhalb von etwa 1700 m hat es geschneit. Hier sind noch ein paar Fotos dazu: https://wetterkanal.kachelmannwetter.com/neuschnee-in-den-alpen/

Zum Ende des Monats hat sich der September nochmal unter Hochdruckeinfluss gezeigt, und was für welcher. Es hat seit dem 25.09. nicht mehr geregnet in Deutschland. Der Luftdruck betrug bis zu 1040 hPa – absoluter Septemberrekord in Berlin seit mindestens 1876. Im Süden wehte der Ostwind recht kräftig, da die Luftdruckgegensätze nach Südeuropa hin aufgrund des starken Hochs sehr groß waren, die Folge waren hohe Windgeschwindigkeiten. Zunächst waren stellenweise noch Hochnebelfelder oder dichtere Quellwolken unterwegs, doch schlussendlich siegte die Sonne.

Insgesamt war der September deutschlandweit von den Temperaturen her ungefähr dem Durchschnitt entsprechend, sogar ganz leicht zu kühl. Die krassen Ü30-Partys zwischendurch im stürmischen Alpenvorland wurden dort auch ausgeglichen mit häufig nur 12 bis 17 Grad Maximum.

Erstaunlicherweise wurden wir von der Sonne nicht wirklich verwöhnt, obwohl es zuletzt unter Hochdruckeinfluss so sonnig war! Alles eine Frage der Wahrnehmung. Trotz wenig Regen bspw. in Bayern, waren dennoch oft Wolken am Himmel. Insgesamt liegt Deutschland knapp unter dem Durchschnitt der Sonnenstunden der letzten 30 Jahre.

Regen fiel in der Südosthälfte viel zu wenig. Stellenweise gab es nur 20 Liter – das Dreifache davon kam im Saarland allein am 16.09. in nur 24 Stunden runter. Im Rheinland schüttete es fast das Doppelte der durchschnittlichen Regenmenge im September. Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt, Berlin viel zu trocken – sonst ganz okay.

Alle Messwerte für jeden einzelnen Tag, Regensummen, Schneehöhen, Extremtemperaturen können jederzeit von jedem Zeitpunkt abgerufen werden – es ist alles da und wir schmeißen nichts davon weg.

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