Rekordregen – Überflutungen in Texas und Oklahoma

In den letzten Wochen hat es in Oklahoma und Texas immer wieder Gewitter und Tornados mit heftigen Regenfälle gegeben. Besonders schlimm war es am vergangenen Wochenende und in den letzten Tagen. Die Bilder haben sicherlich viele gesehen. Sie gingen durch die Presse und sozialen Medien, auf meinem Twitteraccount habe ich in den letzten Tagen ebenfalls ein paar Bilder gepostet. Wohngebiete, die einem See gleichen; Straßen, die zu Flüssen wurden; Autos, die bis zum Dach im Wasser stehen. Ich benutze dieses Wort eher ungern, weil es so ein starkes, emotional behaftetes Wort ist, aber hier ist es angebracht: es sind katastrophale Zustände! 25 Menschen kamen bisher ums Leben, 14 Menschen werden vermisst.

In der Nacht zum Freitag hat es die Metropolregion Dallas erwischt. Da die Gewitter, die sich gebildet hatten, nur langsam zogen, regnete es über Stunden hinweg und das ziemlich kräftig. Bis zum Freitagmorgen fielen zwischen 100 und 150 l/qm, örtlich sogar mehr. Es ist schon jetzt für Dallas der nasseste Mai aller Zeiten (bisher mehr als 350 l/qm Regen).

Unglaubliche Regenmengen

Auch für Oklahoma und andere Teile Texas ist es nicht nur der nasseste Mai, sondern oftmals der nasseste Monat überhaupt seit Aufzeichnungsbeginn. Oklahoma City hatte sogar schon am 6. Mai den alten Monatsrekord eingestellt gehabt, bis dahin fielen 180 l/qm.

Seit dem 1. Mai sind im Süden von Oklahoma und im nördlichen Texas mehr als 20 inches Regen gefallen, das sind über 500 Liter/qm Regen! Zum Vergleich: in Berlin fallen im ganzen Jahr rund 580 l/qm.

Woher kommen diese Regenmassen?

Aus dem Golf von Mexiko wurde extrem feuchte Tropenluft nach Norden in Richtung Texas und Oklahoma transportiert. Gleichzeitig gab es über den südlichen Plains immer wieder kleine Störungen in Form von Tiefs. Es entwickelten sich riesige Gewitterkomplexe, so genannte MCS (mesoskaliges konvektives System). Das ist ein Zusammenschluß aus mehreren Gewittern und hat nicht nur eine sehr große räumliche Ausdehnung, sondern existiert meist auch für mehrere Stunden und bringt viel Regen. Im Falle von Texas und Oklahoma standen den Gewittern also zum einen durch die Tropenluft sehr viel Feuchtigkeit zur Verfügung und zum anderen sorgte der schwache Höhenwind dafür, dass die MCS nur langsam zogen und damit ihre ohnehin hohen Regenmengen sozusagen „an Ort und Stelle“ abladen konnten.

Pause ist in Sicht

Die weniger gute Nachricht im Moment: noch regnet es weiter. In der Nacht zum Samstag (Ortszeit) zieht eine Kaltfront über die Region hinweg, das Potenzial für neuen kräftigen Regen ist wieder hoch. Man kann zwar nicht exakt vorhersagen, welcher Ort von einem Gewitter getroffen wird, aber jeder Regentropfen ist momentan zu viel. Die Böden und die Flüsse sind übersättigt und am Anschlag. Es reicht wenig um neue Überflutungen auszulösen. Aber dann! Dann kommt endlich die wichtige und ersehnte Pause. Am Sonntag dreht der Wind auf Nord. Damit strömt trockene Luft ein, die die heftigen Regenfälle vorerst beendet. Die Lage an den Flüssen bleibt allerdings angespannt. So viel Wasser verschwindet nicht von heute auf morgen. Vor allem im Südosten von Texas besteht am Colorado und Brazos Hochwasser- und Überflutungsgefahr, da das ganze Wasser aus dem Norden flussabwärts in Richtung Golf von Mexiko fließt.

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