Wo besteht am Freitag die größte Gewittergefahr?

Von Donnerstagabend bis zum Freitagmorgen zog von Belgien und den Niederlanden her immer schwülere Gewitterluft in den Westen und Nordwesten Deutschlands. Es bildeten sich teils kräftige und blitzintensive Gewitter, besonders mit Starkregen und Hagel, die bis zum Morgen Nordhessen, Ostwestfalen und das mittlere Niedersachsen erreichten.

Am Freitag gewinnt die feuchte und damit schwüle Luft immer mehr Raum nach Osten und überdeckt bis zum späteren Abend fast ganz Deutschland. Nur ein kleines Gebiet im Nordwesten, aber auch der äußerste Osten zwischen Vorpommern und der Niederlausitz bleibt voraussichtlich bis in den späteren Abend in stabilerer und damit nicht so gewitterträchtiger Luft. So ist eine Zutat für Gewitter nahezu landesweit gegeben, aber so einfach ist die Sache nun auch nicht. Kollegin Rebekka erläutert die Problematik in einem Video

Es wird immer auch eine Art Funke benötigt, sozusagen ein Anstoß, der dicke Quellwolken in den Himmel steigen lässt, welche sich zu Gewittern ausbauen. Das können zum einen Berge, beziehungsweise unsere Mittelgebirge und Alpen sein, zum anderen aber auch Konvergenzzonen, an denen der Südost- bis Ostwind auf den West- bis Nordwestwind trifft und damit die feuchte Luft zum aufsteigen zwingt. Hinzu kommt, dass der Wind heute bis in höhere Luftschichten sehr schwach ist und sich entstandene Gewitter nur langsam verlagern. Punktuell viel Regen ist die Folge, der schnell zu vollgelaufenen Kellern führt und Straßen überfluten kann. Aber auch größerer Hagel und vereinzelt schwere Sturmböen sind eng begrenzt möglich. Im Grunde können die Gewitter die volle Unwetterpalette hervorbringen.

Nun aber konkreter, soweit es überhaupt möglich ist. Während ich diesen Bericht schreibe, befindet sich eine Gewitterzone über dem südlichen und östlichen Niedersachsen und reicht mit einzelnen Gewitterzellen bis nach Hessen. Auch von der Ostalb in Baden-Württemberg ziehen örtliche Gewitter in das angrenzende Bayern. So stelle ich mir zunächst die Frage, was denn mit diesen Morgengewittern passieren wird? Wahrscheinlich werden sie noch etwas ostwärts vorankommen, aber sich ab dem Vormittag zunehmend abschwächen, bis die Aktivität ab dem Nachmittag und Abend wieder zunimmt.

In der oben beigefügten Karte habe ich den Bereich mit der Gewittergefahr am Freitag abgesteckt. Im roten Bereich sind einzelne, aber durchaus sehr kräftige Hitzegewitter möglich, diese vor allem in den Mittelgebirgen und Alpen. Abseits davon dürfte noch seltener ein Gewitter entstehen. Im gelben Bereich ist die Gewittergefahr deutlich geringer und im äußersten Osten bleibt die Luft zu trocken sowie auch im Nordwesten sollte es durchgehend ruhig bleiben.

Bitte bedenken Sie, dass es sich bei Gewittern (nicht nur heute, sondern fast immer) um begrenzte Ereignisse handelt. Gerade heftige Begleiterscheinungen treten immer nur punktuell auf. Kurzfristige Informationen finden Sie bei Twitter und Facebook. In den nächsten Tagen stehen weitere Gewitter an und die Unwettergefahr bleibt erhöht.

Viele Grüße aus Bochum und ein schönes Wochenende.

Ein Kommentar

  1. Frank aus Erlangen 3. Juli 2015

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