#Wetter-Wissen: Die Feuchttemperatur entscheidet über Schnee oder Regen

Die polare Kaltluft ist da. Da es Ende April ist, wirkt sich das natürlich nicht so stark aus, wie im Hochwinter im Januar. Wir merken es in diesen Tagen morgens bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und tagsüber bei knapp 10 Grad, die zwar an sich nicht winterlich sind, aber Ende April doch recht frisch. Dennoch ist es möglich, dass auch bei diesen Temperaturen Schnee fallen kann! Für die kommenden Tage sind Niederschläge für Berlin im Programm – zum einen am Montag Abend und zum anderen am Dienstag im Tagesverlauf. Es ist immer noch nicht entschieden, ob es für Schnee bis runter reicht, oder ob es im Endeffekt nur nasskalt mit Regen wird.

Wichtig ist bei dieser Entscheidung die sogenannte Verdunstungskühlung. Wenn Regen oder Schnee aus der Wolke nach unten fallen, verdunsten die Tropfen bzw. schmelzen die Flocken. Dazu wird Wärme benötigt, die der Luft entzogen wird – die Luft kühlt sich also ab. Das ist der Grund, warum es generell in bzw. nach einem Schauer, ob Regen, Schnee oder Graupel, frischer ist als vor dem Schauer!

Es gibt ein Maß in der Meteorologie, mit dem sich abschätzen lässt, ob auch bei 5, 6 oder 8 Grad Schnee fallen kann. Das ist die „Feuchttemperatur“ oder auch „Feuchtkugeltemperatur“. Sie ist definiert als diejenige Temperatur, die durch Verdunstungsvorgänge erreicht werden kann. Angenommen es schneit bei 5 Grad und die Schneeflocken schmelzen und verdunsten komplett auf dem Weg nach unten zum Boden, dann kann bspw. die Lufttemperatur auf 2 oder 0 Grad absinken. Das ist dann die Feuchttemperatur – und die Luft hätte dann natürlich 100% Luftfeuchtigkeit, weil sie durch das Verdunsten ihr maximal mögliches Potenzial an Feuchtigkeit aufgenommen hat. Vorausgesetzt ist eine entsprechend hohe Intensität des Niederschlags, damit so viel Verdunstung wie möglich stattfindet und die Luft sich abkühlt.

Auf >>>kachelmannwetter.com<<< gibt es die aktuelle Feuchttemperatur zum Ablesen:

obs_2016_04_24_07_00_39_146

Es gibt Faustregeln, mit denen man abschätzen kann, ob Niederschlag als Schnee oder Regen bei uns am Boden ankommt. Bei einer Feuchttemperatur unter 0 Grad fällt definitiv Schnee bis ins Flachland und auch bis zum Alexanderplatz runter. Bei 0 bis 2 Grad sind Schnee und Regen möglich, bei über 2 Grad kommt der Niederschlag als Regen unten an. Wenn man in den nächsten Tagen laufend in die Messwerte rein schaut, kann man ohne Hilfe eines Meteorologen abschätzen, ob der angekündigte Niederschlag als Schnee oder Regen ankommt!

 

Kommentieren