Tornadogefahr in den kommenden Tagen?

In den kommenden Tagen droht in einigen Teilen Deutschlands eine markante Gewitterlage. Zunächst sind am Sonntag nur vereinzelt in der Westhälfte Gewitter zu erwarten, am Montag dann verbreiteter und heftiger hier im Osten. Einen ausführlichen Beitrag zur Gewitter- und Unwettergefahr hat der Kollege Andreas bereits geschrieben. Hier soll es darum gehen, ob auch die Tornadogefahr erhöht ist.

Am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag sind zunächst in Frankreich und in den Beneluxstaaten teils heftige Gewitter möglich, die den äußersten Nordwesten Deutschlands streifen können. Über der Region weht recht starker Höhenwind, in der untersten Schicht (Boden bis etwa 1500 Meter) herrschen recht große Windunterschiede, man spricht auch von Windscherung. Starke vertikale Windscherung in der gesamten Troposphäre bewirkt einerseits, dass sich hier die Gewitter stark entwickeln können, weil Auf- und Abwind innerhalb der Gewitterzelle gut voneinander getrennt sind, und andererseits erhöht vor allem stärkere Scherung in der untersten Schicht der Troposphäre die Tornadogefahr. Dargestellt sind im Folgenden jeweils die Höhenwindkarte in ca. 5,5 Kilometer und die Windscherung in der untersten Schicht:

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Am Sonntag sind in der Westhälfte Deutschland, vor allem in den Abendstunden zwischen Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein vereinzelte Gewitter möglich. Der Höhenwind weht stark und auch die Windscherung in der untersten Schicht der Troposphäre ist deutlich höher. Die Tornadogefahr ist damit ebenfalls erhöht, aber es sind eben nur vereinzelte Gewitter zu erwarten. Genaueres muss man kurzfristig sehen.

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Am Montag weht der Höhenwind deutlich schwächer. Dann sind zwar – wie bereits von Andreas beschrieben – vor allem im Osten heftige Gewitter möglich, aber die Windscherung nimmt deutlich ab.

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Fazit: Die größte Tornadogefahr in den kommenden Tagen besteht also am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag in Frankreich und Benelux. Auch in Deutschland sind zwar in den kommenden Tagen durchaus vereinzelt Tornados möglich, aber die Gefahr ist nur gebietsweise erhöht, dies vor allem am Sonntagabend. Tornados gehören in Deutschland vor allem im Sommerhalbjahr zum Wettergeschehen dazu. Das Video zeigt einen starken Tornado in Plate am 21. Mai 2009:

Etwa 30 bis 60 Tornados werden in jedem Jahr in Deutschland registriert, dazu kommen zahlreiche ungeklärte Verdachtsfälle. Dabei können sie hier genauso stark sein wie in den USA, selbst tonnenschwere Mähdrescher wurden in Deutschland schon mal durch die Luft gewirbelt. Panik vor Tornados braucht man deswegen aber nicht zu haben, die Wahrscheinlichkeit direkt von einem starken Tornado getroffen zu werden, ist sehr gering. Falls Sie doch mal einen Tornado erblicken, hier erklärt Rebekka, wa szu tun ist: Wie verhalte ich mich, wenn ein Tornado in Sicht ist?


 

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