Rückblick auf eine denkwürdige Hurrikansaison

Die Hurrikansaison 2016 war die aktivste seit sechs Jahren, sie brachte gleich mehrere außergewöhnliche Hurrikane hervor, die zum Teil große Schäden anrichteten und zahlreiche Opfer forderten. Insgesamt wurden bis Ende November 15 Tropische Stürme registriert, von denen sich 7 zu Hurrikanen mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 120 km/h und mehr verstärkten. Davon wiederum erreichten drei Hurrikane mindestens die Kategorie 3 der fünfteiligen Hurrikanskala, bei einem vierten wird dies noch diskutiert. Fast alle Seegebiete des Nordatlantiks waren betroffen. Im langjährigen Mittel sind es 10-11 Stürme, davon 6 Hurrikane, von denen 2-3 stark sind.

Nicht nur die Zahl der Stürme war in diesem Jahr höher als im langjährigen Mittel, auch die gesamte Energie der nordatlantischen Stürme war deutlich erhöht. Dafür gibt es ein Maß: Accumulated Cyclone Energy (ACE). Man nimmt dafür einfach bei einem aktiven Sturm alle sechs Stunden das Quadrat der maximalen mittleren Windgeschwindigkeit (in Knoten) und teilt es durch 10.000. Dann addiert man die Ergebnisse alle sechs Stunden für alle Stürme einer Saison und erhält eine Zahl, die meist im Bereich zwischen 80 und 120 liegt. Da noch nachträgliche Analysen abgewartet werden müssen, steht die genaue Zahl für 2016 noch nicht fest, sie liegt nach derzeitigen Abschätzungen bei etwa 135. Auch dieser ACE-Wert zeigt, wie aktiv die Saison war, wobei allein die beiden Hurrikane MATTHEW und NICOLE etwa die Hälfte der gesamten Energie aller Stürme beitrugen.

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Die Saison startete äußerst ungewöhnlich, als mitten im Januar auf dem Ostatlantik der Hurrikan ALEX entstand und Teile der Azoren überquerte. Es war der erste bekannte Januar-Hurrikan auf dem Nordatlantik seit mehr als 60 Jahren. Anfang August traf der Hurrikan EARL auf Belize und Teile Mexikos in Zentralamerika, es gab mindestens 40 Tote durch Überschwemmungen und Erdrutsche. Der Hurrikan GASTON erreichte Ende August als erster die Kategorie 3 (ab ca. 185 km/h) der Hurrikanskala, er bedrohte aber kein Land.

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Drei ungewöhnliche Hurrikane traten zum Ende der Saison auf. Der Hurrikan MATTHEW verstärkte sich am 01. Oktober in der Karibik zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie 5 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 260 km/h und noch stärkeren Böen. Damit war es der erste Hurrikan dieser Stärke seit neun Jahren. MATTHEW überquerte die Südwestspitze von Haiti, wo es Hunderte Tote gab, dann die Ostspitze von Kuba und zog an der US-Ostküste entlang, wo es Dutzende Tote und Milliardenschäden gab. Mehr zu MATTHEW im Live-Ticker Teil 1 und Teil 2. Es folgte der Hurrikan NICOLE, der zuerst tagelang in verschiedene Richtungen zog, bevor er als sehr starker Hurrikan direkt auf Bermuda traf. Und Ende November entstand nördlich von Panama der Hurrikan OTTO, der gleich mehrere Rekorde aufstellte, unter anderem als spätester bekannter Atlantik-Hurrikan. Er traf auf Nicaragua und Costa Rica und war dort der erste Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen. In beiden Staaten gab es erhebliche Schäden und leider auch einige Tote. Der Hurrikan erreichte den Grenzbereich der Kategorien 2 bis 3 mit Windgeschwindigkeiten um 175 km/h oder darüber. Klarheit dürfte erst eine nachträgliche Analyse schaffen.

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Zwei Stürme bekamen keinen Namen, weil sie außerhalb des Zuständigkeitsbereiches des National Hurricane Centers in Florida auftraten – in Seegebieten, in denen subtropische oder tropische Wirbelstürme bisher kaum erforscht sind. Im September bildete sich ein Tropensturm mit Auge im Bereich der Biskaya und traf mit Böen bis Orkanstärke auf die nordspanische Küste. Und im Oktober entstand auf dem zentralen Mittelmeer ein starker Sturm oder Hurrikan, der dort auch „Medicane“ genannt wird. Es gab einige Schäden auf Malta, in voller Stärke traf der Sturm aber kein Land.

Der Ostpazifik brachte insgesamt 20 Stürme hervor, davon 11 Hurrikane, von denen 5 die Kategorie 3 oder höher auf der Hurrikanskala erreichten. Im September richtete der Hurrikan NEWTON im Nordwesten Mexikos erhebliche Schäden an. Die meisten Stürme blieben auf See. Die Saison endete mit dem Sturm OTTO, der als erster Sturm seit 20 Jahren vom Atlantik auf den Pazifik wechselte und dabei als erster seinen Namen behielt. Die Sturmsaison auf dem Westpazifik dauert das ganze Jahr hindurch, hier ist es noch zu früh für eine Bilanz.


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