Nächste Woche tierische Hitze aus Afrika möglich

Nachdem es hinter einer Kaltfront von Donnerstag bis Samstag „nur“ noch mäßig warm wird, deutet derzeit vieles auf eine erneute und deutliche Erwärmung ab kommenden Sonntag hin. Erste Berichte von „Afrika-Hitze“ machen die mediale Runde, doch was ist dran an den Meldungen? Wir wollen die Sache mal etwas genauer betrachten.

+++ Update im neuen Beitrag hier +++

Sehr wahrscheinlich ist mit dem aktuellen Stand am heutigen Dienstag, dass es an der Vorderseite eines recht weit nach Süden ausgreifenden Tiefs ab kommenden Sonntag eine ausgeprägten, ja man kann ruhig sagen besonders für Juni auch ungewöhnlichen Hitzeausbruch, von Afrika in den westlichen und zentralen Mittelmeerraum gibt. Wir erläutern die Lage im folgenden Video, mehr Infos auch weiter unten.

Infos zusammengefasst in einem Video auf unserem Youtubekanal – mehr weiter unten

Sehr starker Hitzeausbruch von Afrika nach Norden

Schauen wir uns die berechnete Situation nach dem für die Mittelfrist besten Wettermodelle ECMWF am kommenden Montag an, also von heute (Dienstag) in sechs Tagen. Wir sehen von den Britischen Inseln ein weit südlich ausgreifendes Höhentief in der Höhenwetterkarte (links) und an der Vorderseite wölbt sich ein sogenannter „Keil“ auf, ein kräftiges Hoch in der Höhe. Damit setzt sich aus Afrika markante Hitze nordwärts in Bewegung. Links sehen wir die Temperatur in 1500 Meter Höhe, es ist gerade bei so einem Zeitraum für Meteorologen die ausschlaggebende Höhe bezüglich der zu erwartenden Temperaturen. Dort kann man die berechnete Luftmassenverteilung und -bewegung ideal sehen, da hier nicht (kaum) wie am Boden eine Beeinflussung durch Tag, Nacht, Meere etc. vorliegt.

Grob gilt für Ableitung der Temperatur in ca. 1500 Meter: Tagsüber bei Sonnenschein Erwärmung der Luft um ca. 1°C pro 100m / ~ im Tiefland +15-17°C für Höchstwerte am Boden.

Nun ist allerdings, was uns bei einem Zeitraum von 6 bis 8 Tagen nicht verwundert, die exakte Ausrichtung des Hitzevorstoßes nach Deutschland noch unsicher. Wie weit die heißeste Luft nach Mitteleuropa vorankommt, wo die heißeste Luft genau liegen wird, ob mehr im Süden, Osten oder Westen, und wie lange es heiß wird, sind heute noch völlig offene Fragen. Es geht erst einmal darum, die Großwetterlage in etwa einzuordnen. Zumindest auf Mallorca wird zu Wochenbeginn wohl mehr Wasser als Bier am Ballermann getrunken, wollen wir zumindest hoffen.

Wenn wir uns die Entwicklung der Temperatur in 1500 Meter Höhe für Köln genauer ansehen, dann fällt rund um den Montag und Dienstag kommender Woche doch eine erstaunliche Einigkeit auf. Alle drei Wettermodelle im unten stehenden Diagramm zeigen hier Temperaturen vorübergehend von um die 20 Grad. Sollte dieser Hitzepeak tagsüber zur vollen Sonneneinstrahlung so eintreffen, dann wären in Köln Höchstwerte von etwa 35 bis 38 Grad möglich.

 

14 Tage-Trend mit möglicher Bandbreite

Unsere 14 Tage-Trends werden zwei Mal am Tag aktualisiert und zeigen hier am Beispiel Frankfurt die mögliche Hitzewelle. Die Bandbreite (hellrot hinterlegt) ist aber noch sehr groß, verwundert natürlich nicht bei diesem Zeitraum. Meist können bei den absoluten Spitzen im Tiefland und in Ballungsräumen sogar noch 1-2 Grad aufgeschlagen werden! Schauen Sie einfach regelmäßig den Trend – hier Ort eingeben und unten finden Sie das Diagramm:

 

Karten für Höchstwerte der aktuellsten Wettermodelle vergleichen

Ich mache es bei diesem Zeitraum von rund einer Woche ungern, aber unten mal eine Karte mit den berechneten Höchstwerten nach dem dem ECMWF für Dienstag. Es bildet nur eine Möglichkeit von vielen ab, das sollte klar sein. Ich will Ihnen nur zeigen, dass Sie unter folgendem Link die mehrmals täglich aktualisierten Berechnungen der Wettermodelle vergleichen können. Es ist eine Karte zur Übersicht bei diesem Zeitraum besser, als nur für Ihren Ort zu gucken. Für Tageshöchstwerte immer Termin 20 Uhr wählen am gewünschten Tag:

Wo liegen die Junirekorde?

Die Messlatte liegt nicht überall so extrem hoch. Sollte uns eine Luftmasse mit etwas über 20°C in 1500 Meter zur „idealen“ Tageszeit mit voller Sonneneinstrahlung erreichen, dann kann man nach jetzigem Stand neue Juni-Rekorde nicht ausschließen. Das muss man einfach so sagen heute, auch wenn das natürlich noch lange nicht sicher ist!

Junirekorde ausgewählte Stationen

38,0°C Trier-Zewen (seit 1907)
37,9°C Köln-Stammheim (seit 1947)
36,6°C Mannheim (seit 1936)
36,6°C Potsdam (seit 1893)
36,5°C Dresden-Hosterwitz (seit 1949)
35,2°C München-Stadt (seit 1954)
34,9°C Bremen (seit 1890)




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