Julisturm am Samstag – Modellvergleich 3:30 Uhr

In der Nacht zum Samstag lag das Sturmtief gegen 3 Uhr mit seinem Zentrum im Westen der Niederlande mit einem Kerndruck von 998 hPa. Es verlagert sich am Samstag weiter in Richtung Südskandinavien. Die Sturmgefahr besteht auf der Rückseite des Tiefs.

Um diese Uhrzeit werden die Modelle C und E nicht gerechnet. Daher fehlen sie in diesem Modellvergleich. Die nächsten Modellläufe von C und E kommen mit dem nächsten Modellvergleich in etwa 6 Stunden. Richten wir also wieder unseren Blick auf  die stärksten Windböen (die Farben orange, rot bis violett).

Modell A hat im Vergleich zum Vorlauf wieder an Stärke zugelegt, aber sich am zeitlichem Ablauf etwas verlangsamt. Es sieht die stärksten Windböen am späteren Nachmittag und Abend zwischen NRW und Niedersachsen: im Bereich Münsterland, Mindener Land und Emsland muss laut Modell A mit schweren Sturmböen von 80 bis 100 km/h gerechnet werden.  Durchaus gefährlich! Im Laufe des Samstagabends verlagert sich das Sturmfeld weiter nach Osten und in den Nordosten. Von der Nordsee über Niedersachen bis in den Nordwesten Brandenburgs gibt es dann noch verbreitet Böen zwischen 70 und 80 km/h, im Westen Niedersachsens auch noch über 90 km/h.

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Modell B hat sich ebenfalls deutlich verstärkt! Um die Mittagszeit sieht es an der holländischen Küste Spitzenböen von über 110 km/h und auch bis nach NRW rein werden schon ziemlich verbreitet 80 bis 90 km/h simuliert. Das stärkste Sturmszenario wird allerdings im Laufe des Nachmittags gerechnet mit Spitzenböen um 100 km/h, der Schwerpunk liegt weiterhin genau über NRW: vom Niederrhein über das Ruhrgebiet bis nach Ostwestfalen-Lippe. Eine sehr heftige und lebensgefährliche Sturmlage! Im Laufe des Abends verschiebt sich das Sturmfeld weiter in Richtung Nordhessen und Thüringen, zur Nacht hin in eine Linie von der Nordsee nach Sachsen/Anhalt und angrenzendes Sachsen, nicht mehr so stark wie zuvor, aber ebenfalls noch mit relevanten Windböen von 70 bis >80 km/h.

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Modell D hat zwar für die Mittagszeit an der holländischen Nordsee nochmal zugelegt und sieht dort nun Orkanböen! Ansonsten bleibt es beim vorherigen Szenario: Schwerpunkt von Holland/Belgien über NRW, verbreitet Böen von 70 bis 90 km/h, am späteren Nachmittag und Abend stellenweise auch bis 100 km/h. Im Laufe des Abends verlagert sich das stärkste Sturmgebiet weiter nach Osten und zur Nordsee hin. Ähnlich wie bei B.

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Fazit: Dass das stärkste Sturmfeld NRW treffen wird, gilt als recht sicher. Der Höhepunkt des Sturmereignisses wird zudem dort am Nachmittag sein. Das stärkste Sturmszenario wird von Modell B gerechnet. Zwei der drei Modelle stimmen mit der Stärke und der Lage ziemlich gut überein und sehen den Schwerpunkt erst über NRW, später am Abend über der Nordsee sowie Nordhessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Modell A sieht das stärkste Sturmfeld zwar etwas weiter nördlich, aber Teile von NRW werden auch dabei betroffen sein. Anhand dieser drei Modelle sollte man sich somit ab dem Mittag, vor allem aber am Nachmittag in NRW verbreitet auf Windböen zwischen 70 und 90 km/h einstellen, es ist nicht ausgeschlossen, dass es auch deutlich darüber gehen kann. Allerdings besteht hierbei eben noch die Unsicherheit, was die zwei anderen Modelle sehen. Im letzten Lauf sahen sie die Lage und Stärke anders als die Modelle B und D. Im Laufe des Abends verlagert sich die Sturmgefahr dann in den Nordwesten und etwas weiter in den Osten mit der Gefahr von Sturmböen um 80 km/h.  In der Nacht zum Sonntag auch zur Ostsee hin. Auch dies bitte nicht unterschätzen! Die Nacht zum Sonntag schauen wir uns mit dem nächsten Modellvergleich an.

Hinweis: Auch im Osten und Süden Deutschlands kann es im Zusammenspiel mit Schauern oder Gewittern örtlich zu Sturmböen kommen. Allerdings betrachten wir hier nur die Lage des stärksten Sturmfeldes.

 

Schlusswort:

Auch wenn sich für manch einen die Stärke der Windböen nicht schlimm anhört, weil es bei bekannten Stürmen wie Kyrill höhere Windstärken gab: unterschätzt den Sturm nicht! Man kann ihn mit Herbst- oder Winterstürmen wie Kyrill nicht vergleichen. Zu dieser Jahreszeit im Sommer sind die Bäume voll belaubt, der Wind hat eine deutlich größere Angriffsfläche und kann viel leichter einen Baum entwurzeln. Meidet also auf jeden Fall Wälder! Bitte auch auf OpenAir-Veranstaltungen mit Bühnen und Zelten sowie auf Campingplätzen aufpassen. Das nächste Update kommt morgen früh gegen 8:30 Uhr. Großes ACHTUNG gilt auch für die niederländische Küste und am Nachmittag oder Abend den Bereich rund um das Ijsselmeer! Hier kann es schwere Sturmböen oder orkanartigen Böen geben. Solltet ihr Urlauber dort kennen, gebt Ihnen Bescheid!

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