Die große Niederschlagsauswertung seit dem Jahr 2018

Das Thema Trockenheit steht aktuell bei den Wetterthemen wieder ganz oben und es gab auch erneut in vielen Regionen, besonders seit April, nur wenig Niederschlag. Wie immer gibt es in Deutschland Unterschiede und im Folgenden habe ich die Niederschlagsmengen seit Januar 2018 für zahlreiche Wetterstationen ausgewertet.

Das mit dem Niederschlag ist generell so eine Sache: Die Variabilität ist zwar in Deutschland nicht ganz so groß, wie in vielen anderen Regionen der Erde, aber unerheblich ist sie nicht. Unser Wetter ist wechselhaft, trockene Wetterlagen wechseln mit sehr nassen Wetterlagen, „Dürreperioden“ mit Hochwasser. Nun war das Jahr 2018 im Großteil von Deutschland eines der trockensten oder sogar das trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Dezember 2018 und im Januar 2019 kam dann mit einer West- und Nordwestwetterlage die große Wende und es gab große Niederschlagsmengen, die besonders in den Alpen und Mittelgebirgen sogar teils Rekorde brachen (u. a. auf der Zugspitze). Anschließend folgten aber erneut nicht sonderlich nasse und ab dem Mai sogar vielerorts wieder trockene Wetterlagen.


Ihre Wettervorhersage mit Trend


In den Tabellen unten ist jeweils die Gesamtbilanz für das Jahr 2018 zu sehen, ebenfalls für die erste Hälfte vom Jahr 2019. Die Abweichung bezieht sich jeweils auf das 30jährige Klimamittel von 1981 bis 2010. Auch hier ist das natürlich so eine Sache: Schon ein kräftiges Sommergewitter kann in ein bis zwei Stunden 50 mm Regen oder mehr bringen und schon sieht eine Bilanz ganz anders aus. Beispielsweise in Potsdam ist die Bilanz für 2019 nahezu ausgeglichen, jedoch gab es hier am 11. Juni schwere Gewitter mit 80 mm Niederschlag. Ganz einfach: Wäre das Gewitter zufällig knapp vorbeigezogen, sähe die Bilanz völlig anders aus.

Dennoch lässt sich feststellen, dass es in der Gesamtbilanz für die erste Hälfte des Jahres 2019 keinesfalls besonders nass war, sodass etwas wie ein Ausgleich der Dürre 2018 stattgefunden hätte. Das Wetter kennt natürlich auch keinen wirklichen Ausgleich, auch wenn auf trockene Wetterlagen meist irgendwann auch wieder nasse Wetterlagen folgen. Das war auch im Dezember und Januar der Fall, reichte aber logischerweise nicht aus, das enorme Defizit aus dem Jahr 2018 an den meisten Orten auszugleichen.


Zahlreiche Niederschlagssummenkarten mit Archiv


Wie die Tabellen zeigen, ist das aktuelle Jahr an nicht wenigen Orten erneut „zu trocken“ oder besser gesagt es fiel weniger Niederschlag als im Mittel. Es gibt keinen „Sollwert“ beim Niederschlag und es ist auch nicht direkt „zu trocken“ oder „zu nass“, wenn es Abweichungen vom Mittelwert gibt. Das Wetter hält sich selbstverständlich nicht genau an die exakten Mittelwerte aus 30 Jahren. Auch dieser Mittelwert setzt sich ja aus trockenen und nassen Phasen zusammen.

Bei den aufgeführten Wetterstationen sind jedoch nur wenige dabei, die in der ersten Jahreshälfte deutlich positive Niederschlagsabweichungen nach oben zu bieten haben – die Bilanz ist meist negativ oder weitgehend ausgeglichen. Insbesondere der Harz und die Alpen „profitieren“ noch vom nassen Januar.

Die Trockenheit ist derzeit besonders in einem breiten Streifen vom Westen über die Landesmitte bis in den Osten spürbar. Zwar sind die Talsperren vielerorts noch gut gefüllt, das große Defizit seit 2018 macht sich dagegen eher in tiefen Bodenschichten bemerkbar, auch in den Regionen, wo es oberflächlich noch halbwegs nass ist.

Oft trockener Trend in den kommenden 10 Tagen

Unten sehen Sie das Beispiel für Frankfurt am Main. Dort werden alle verfügbaren Wettermodelle mit ihrer Berechnung für die Niederschläge verglichen. Bis auf aktuell ein Wettermodell, sehen alle nur wenige Millimeter Regen und damit einen sehr trockenen Trend ohne nennenswerte Niederschlagsmengen für Frankfurt am Main. Schauen Sie hier für ihren Ort nach:



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