Dürre und Waldbrände – so trocken ist es wirklich in Deutschland

Die Begriffe Trockenheit und Dürre sind in diesen Tagen wieder in aller Munde und es ist in einigen Teilen Deutschlands tatsächlich sehr trocken. Allerdings gibt es große Unterschiede, denn nicht überall herrscht Trockenheit und in den meisten Regionen ist es zumindest bisher nicht so trocken, wie bei der Dürre im Jahr 2018. Einige Gebiete sind allerdings von April bis Juni noch trockener als im gleichen Zeitraum 2018 und die Aussichten sind sehr trocken.

Trockenheit und Waldbrände gibt es bis auf einige Ausnahmen in sehr nassen Sommern fast jedes Jahr in Deutschland. Mittlerweile wird das nur sehr zum Hype, wie eben alles beim Wetter. Alles ist nur noch extrem, alles hat natürlich immer sofort mit dem Klimawandel zu tun, auch wenn es keine wissenschaftliche Grundlage gibt. Ein Waldbrand hat auch nichts mit Hitze zu tun, sondern es hat dann einfach zu lange nicht mehr geregnet oder einfach zu wenig geregnet. Der tropische Regenwald hat jeden Tag große Hitze, aber es regnet trotzdem. Für einen Waldbrand braucht es zudem immer einen Idioten, der im trockenen Wald Feuer macht oder seine Zigarette ins trockene Unterholz wirft.

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2018 vs. 2019

Unten sehen wir den Vergleich der Niederschlagsmengen aus dem aktuellen Jahr 2019 bisher (rechts) mit dem gleichen Zeitraum bis Anfang Juli im Jahr 2018. Auf den ersten Blick zeigen sich keine sehr großen Unterschiede, aber in den meisten Regionen fiel doch mehr Niederschlag als vergangenes Jahr. Im Osten sind einige Gebiete auf den ersten Blick jedoch ähnlich trocken und zum Beispiel in Teilen von NRW sogar trockener. Sie finden die Detailkarten hier – einfach bis in gewünschte Städte oder Landkreise gehen:

Seit April vielerorts keine großen Niederschlagsmengen mehr

Der April war in weiten Teilen Deutschland trockener als im Klimamittel, der Mai dann besonders in Teilen der Nordhälfte und im Juni gab es dann deutschlandweit große Unterschiede. In den Sommermonaten sind große Differenzen auf engstem Raum ganz normal, da Niederschläge überwiegend in Form von Schauern und Gewittern niedergehen.

 

Trockenste Wetterstationen im Juni

Saarbrücken-Burbach 190 m 12.1 mm
Coschen 43 m 12.7 mm
Hoyerswerda 115 m 14.6 mm
Cottbus 70 m 14.7 mm
Heinersreuth-Vollhof 339 m 15.2 mm
Hof 565 m 15.3 mm
Krölpa-Rockendorf 289 m 16.7 mm
Bückeburg 68 m 16.9 mm
Elster, Bad-Sohl 476 m 17.1 mm
Chemnitz 357 m 17.6 mm
Plauen 407 m 18.4 mm
Kronach 331 m 19.2 mm
Wusterwitz 36 m 19.7 mm
Wunsiedel-Schönbrunn 622 m 20.2 mm
Klitzschen bei Torgau 85 m 20.7 mm
Berka, Bad (Flugplatz) 330 m 20.7 mm
Geisenheim 108 m 20.9 mm
Tirschenreuth-Lodermühl 500 m 21.4 mm


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Vergleich zu 2018 – Niederschlag April bis Juni

Wollen wir einen bisherigen Vergleich ziehen mit der Niederschlagsbilanz an ausgewählten Wetterstationen. Vergleichen wir der Zeitraum April bis Juni, also der gesamte Niederschlag an den ausgewählten Wetterstationen vom April, Mai und Juni. Es war an den meisten Orten im Jahr 2018 in diesem Zeitraum trockener, allerdings nicht überall. Größer ist das Defizit ganz besonders in Teilen von NRW, wie an der Wetterstation in Essen-Bredeney, die im Vergleich zum Klimamittel fast minus 90 mm von April bis Juni aufweist. Eine ähnliche Bilanz gibt es für Chemnitz, wo das Defizit bei rund -80 mm liegt und es auch trockener als im gleichen Zeitraum 2018 ist.

Es ist wichtig, dass man immer einen Bezug zum Klimamittel herstellt. Im Osten Deutschlands, beispielsweise in Brandenburg und Berlin, ist es schon immer deutlich trockener als im Westen, wie beispielsweise in NRW. Wir können ja auch keine Niederschlagsmengen aus dem Regenwald mit denen der Sahara vergleichen. Die Abweichung in den Tabellen bezieht sich auf das 30jährige Klimamittel von 1981 bis 2010, orange hinterlegt ist der Zeitraum (2019 oder 2018), in dem es an der jeweiligen Wetterstation trockener war.

Weitere Wetterstationen, die seit April sehr trocken sind

Trockene Aussichten für viele Regionen

Unten habe ich drei verschiedene Karten mit der aktuellen Berechnung der Niederschlagsmengen zusammengestellt. Bitte bedenken, dass es eine Momentaufnahme ist und die Berechnungen 2x bis 4x täglich aktualisiert werden. Sie sollten also am besten die neusten Karten unter folgendem Link ansehen – Zeitraum und Wettermodelle über Menü wechseln:

Während der (äußerste) Norden und Nordosten Deutschlands von einem Skandinavientief zeitweise einige Regenschauer bekommt und auch ganz im Süden, primär in Alpennähe, nennenswerte Niederschläge berechnet werden, so soll es dazwischen im Großteil von Deutschland praktisch durchweg trocken bleiben. Selbst wenn in einem Zeitraum von 10 oder sogar 15 Tagen 5 bis 10 mm Regen berechnet werden, ist das praktisch nicht nennenswert bezüglich einer Entschärfung der Trockenheit.

 

ECMWF 46 Tage-Prognose

Die aktuelle Prognose des ECMWF geht von einem in großen Teilen Mitteleuropas deutlich zu trockenem Juli aus. In Deutschland soll es lediglich Richtung Alpen mehr Niederschlag als im Klimamittel geben, sonst deutlich weniger. Wenn Sie sich für diese langfristigen Trends interessieren, dann schauen Sie sich unsere Website mit Zusatzfeatures an:



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