Ab Montag kommt die Hitze und sie könnte für einige länger bleiben

Die Hitze wird ab Montag kommen und das für fast alle in Deutschland. Allerdings wie das fast immer so ist in Deutschland, nicht für alle gleich, nicht für alle in der gleichen Intensität und nicht für alle gleich lang. Ab Mittwoch gibt es dann kleine, aber doch sehr ausschlaggebende Unterschiede in den Wettermodellen. Eine längere und markante Hitzewelle für Juni scheint vor allem im großen Westen und Südwesten anzustehen.

+++ Update zur Hitze hier +++

Der Montag und der Dienstag scheinen im Großen und Ganzen halbwegs eingetütet zu sein, bevor sich dann ab Mittwoch die Unsicherheit immer weiter steigert. Es ist weiterhin die genaue Ausrichtung und Ausdehnung des Hitzekeils von Nordafrika, die Unsicherheiten bringt. Die gröbste Hitze hat immer mehr Tendenz am intensivsten wenig westlich von Deutschland stattzufinden, aber für das Wetter sind 100 bis 300 Kilometer nicht viel. Schnell kann sich das auch noch verschieben. Vergleichen Sie laufend die neusten Berechnungen, am besten in Kartenform, da sich eine gute Übersicht zur Hitzeverteilung bietet:

Hitze-Infos zusammengefasst im Video auf unserem Youtubekanal (gerne abonnieren, danke!) –  zusätzliche Erläuterungen weiter unten

Ab Mittwoch/Donnerstag große Unsicherheiten im Detail

Wir sehen unten die berechnete Situation der Luftmassen in ca. 1600 Meter für den Mittwochabend aus drei verschiedenen Wettermodellen. Zunächst lässt sich sagen, dass die extremste Hitze nun erst einmal westlicher vorstoßen soll, als es noch vor einigen Tagen berechnet wurde. Das hat zur Folge für Deutschland: Dass es vorerst nicht extrem heiß mit flächigen Rekorden wird, aber die Lage besonders im Westen und Süden/Südwesten länger andauern könnte. Ein rasches Durchschwenken von Westen wird damit unwahrscheinlicher.

Ins Spiel kommt ab Mittwoch ein Hoch bei den Britischen Inseln, dass an seiner Flanke nur mäßig warme, ja im Vergleich zur Megahitze von Frankreich her deutlich kältere Luft Richtung Norddeutschland drückt. Ich denke, dass ich es unten gut visualisiert habe, wie unterschiedliche die exakte Ausrichtung der Hitze über Deutschland berechnet wird. In Frankreich und Belgien sollte man sich übrigens schon ziemlich sicher auf eine außergewöhnliche Juni-Hitzewelle einstellen und nächste Woche das Personal in den Notaufnahmen der Krankenhäuser aufstocken.

Was sagt uns die Temperatur in 1600 Meter Höhe?

Noch ein paar Worte zur Temperatur im Drucklevel 850 hPa, was etwa 1500 bis 1600 Meter Höhe entspricht: Wer sich interessiert, der findet die Vorhersagekarten der verschiedenen Wettermodelle hier bei unseren Modellkarten. Wir Meteorologen blicken bei der kommende Lage in erster Linie auf die Lage der 15°C, 20°C und 25°C Isotherme (Linien gleicher Temperatur). Das hat folgenden Grund: Bei 15°C in dieser Höhe kann man im Tiefland, wie beispielsweise am Rhein, mit locker etwas mehr als 30 Grad rechnen, bei 20°C in dieser Höhe mit locker etwas mehr als 35 Grad und bei 25°C in dieser Höhe werden 40 Grad immer wahrscheinlicher. Die Luft erwärmt sich bei voller Sonneneinstrahlung tagsüber um ca. 1K pro 100 Meter, allerdings plus einer sogenannten Überadiabte, sodass man bei idealen Bedingungen noch meistens 1 bis 3 K aufschlagen kann. Bei 20°C in ca. 1600 Meter Höhe wären also beispielsweise in Köln schon 36 bis 38 Grad denkbar.

Vergleich der Wettermodelle für Ihren Ort

Bis Mittwoch wird sich nach dem Vergleich der zahlreichen Wettermodelle, hier im ersten Diagramm für Frankfurt am Main, die Hitze immer weiter steigern auf deutlich über 30 Grad. Ab Donnerstag werden dann die Unsicherheiten größer, die Gründe hatte ich oben ja erläutert. Im Großen und Ganzen gehen allerdings zahlreiche Lösungen von keiner raschen und deutlichen Abkühlung aus, sprich 30 Grad und mehr könnten sich sogar die ganze Woche halten.

Hinweis: Auf den direkten Modelloutput kann man im Tiefland oft noch ca. 1 bis 3 Grad aufschlagen, um auf die absoluten Tageshöchstwerte zu kommen.

Anders sieht das aus, wenn man weiter nach Osten und Norden bzw. Nordosten geht. Hier sehen wir das Beispiel für Berlin, wo es bis Mittwoch schon Unsicherheiten bei den exakten Höchstwerten gibt und ab Donnerstag die Unsicherheiten tierisch groß sind. Extreme Rekordhitze sieht hier allerdings derzeit kein Modell, auch wenn es unter Umständen bis ca. 35 Grad geht.