Warum so viele Unwetter derzeit in Deutschland?

Die Wetterlage ist ziemlich eingefahren, denn Deutschland liegt im Bereich nur schwacher Luftdruckgegensätze, was wenig Wind bis in hohe Luftschichten bedeutet. Änderungen von Wetterlagen kommen nur, wenn ein kräftiges Tief oder ein kräftiges Hoch einmal richtig „aufräumen“ und die Luftmasse austauschen. Das war und ist in Teilen von Deutschlands aber nicht der Fall.

Kleine Tiefdruckgebiete ziehen immer wieder ganz langsam in der teils schwülen Luft über Deutschland hinweg und setzen sich fest. Dadurch bilden sich kräftige Regenschauer und örtlich heftige Gewitter. Da kaum Wind herrscht, ziehen diese nur sehr langsam und laden ihren ganzen Niederschlag an einem Ort ab. Aus diesem Grund kam und kommt es zu teils schlimmen Überschwemmungen. Dabei fällt eng begrenzt in 1 bis 2 Stunden nicht selten eine Niederschlagsmenge, die sonst in einem ganzen Monat zusammenkommt. Zudem kommt es zu großen Unterschieden auf engstem Raum, wie die Niederschlagssummenkarte der letzten 48 Stunden zeigt. Fast trockene Regionen liegen nah an Orten, die extreme Regenmengen bekamen.

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Bei dieser Unwettergefahr lassen sich zunächst nur Regionen eingrenzen, die am meisten gefährdet sind. Anschließend lässt sich nur mit dem HD Regenradar schauen, wo sich starke Schauer- und Gewitterzellen bilden und wie sie sich in der Animation verlagern.

Die größe Unwettergefahr zieht sich in den kommenden Tagen immer weiter Stück für Stück in den Süden und Südwesten Deutschlands zurück, während es im Norden und Osten deutlich ruhiger wird.

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