Volle Pulle Sonne, aber kaum 25 Grad, mitten im Juni?

Wir stellen heute vielerorts fest: Die Sonne scheint. Ja, sie prasselt regelrecht auf uns herab. Doch die Temperaturen? 12 Uhr mittags nur an drei Orten 20 Grad. Wie geht das?

Entscheidend für die Temperatur ist immer die Luftmasse, nicht nur die Sonne! Heute liegen wir unter Hochdruckeinfluss, aber nicht unter irgend einem. Wir liegen genau unter dem Anströmbereich zwischen „Island-Tief“ und „Azoren-Hoch“ (blaue Pfeile). Das Hoch liegt allerdings zu weit draußen über Westeuropa bzw. dem Ostatlantik und sorgt daher gemeinsam mit dem Islandtief für die (im statistischen Mittel für Mitteleuropa dominante) Westwetterlage. So können gar keine sommerlichen oder heißen Luftmassen nach Deutschland transportiert werden. Was wir dafür brauchen, ist eine deutliche südliche Strömung. Eine solche hatten wir in den letzten Wochen mehrmals. Allerdings eine Südwestströmung. Daher wehte nicht nur warme Luft, sondern auch Feuchtigkeit zu uns, teils unwetterartige Gewitter waren die Folge.

Wir fassen zusammen: Die aktuelle Wetterlage, eine klassische Westlage, hat nicht das Potenzial, heiße Temperaturen (>30°C) zu uns zu führen, und nur selten sommerliche (>25°C).

Und: Bevor wir uns den Hitze-Sommer wünschen, sollten wir lieber auf Landregen hoffen. Der wird aus Sicht von Natur und Landwirten dringender gebraucht und kommt heute Abend (Norden)/heute Nacht (Mitte)/morgen (Süden, auch wenn es hier genug geregnet hat…). Juli und August stehen noch vor der Tür, und nur weil meteorologischer Sommer ist, heißt das nicht, dass wir jede Woche Affenhitze bekommen.

2 Kommentare

  1. Andreas Derichs 17. Juni 2015
    • Rebekka 18. Juni 2015

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