Unwettergefahr durch einen Medicane in Griechenland

Über dem Ionischen Meer liegt aktuell ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit Regen, Gewittern und Sturm. Es verlagert sich vom Mittelmeer südöstlich an Italien vorbei und geht wahrscheinlich am Freitag im Bereich der Peloponnes in Griechenland an Land. Es wird sich nach den meisten Wettermodellen ein sogenannter „Medicane“ bilden.

Zum Verfolgen des Sturms die Satellitenbilder:

Prognosekarten (verschiedene Wettermodelle über blaue Button):

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Was ist ein Medicane?

Mit einem Höhentief bilden sich über dem warmen Mittelmeer große Gewittergebiete, die mit Luftdruckfall verbunden sind. So kann sich unter Umständen ein Zentrum tiefen Luftdruckdrucks, besser gesagt ein kleines Tiefdruckgebiet bilden und bekanntlich weht die Luft bei einem Tiefdruckgebiet entgegen dem Uhrzeigersinn um den Kern herum. Einfach gesagt: Diese großräumigen Gewittergebiete können in Rotation geraten und bei sehr starkem Luftdruckfall kann sich in Ausnahmefällen ein wolkenfreies Auge ausbilden. Da die Natur tiefen Luftdruck immer ausgleichen will, muss folglich im Umfeld des Tiefs mit Sturm gerechnet werden.

Dies alles kommt einigen vielleicht schon bekannt vor von tropischen Stürmen auf dem tropischen Atlantik oder Pazifik. Und richtig, genau hier wollen wir hin. Es gibt zwar meteorologisch gesehen deutliche und wichtige Unterschiede zu tropischen Stürmen (auf die ich hier jetzt nicht genau eingehe) aber zum Beispiel einen Ähnlichkeit durch einen „warmer Kern“ des Tiefs. Am signifikantesten ist aber die Ähnlichkeit auf Satellitenbildern, also eine ähnliche Wolkenstruktur mit wolkenlosem Auge im Zentrum. Die Optik macht hier also vor allem die Musik.

2 Kommentare

  1. WetterFritz 16. September 2020

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