Unwetter zentrales Mittelmeer

Schon aktuell sind am Mittwochmorgen rund um Süditalien beziehungsweise Sizilien einige kräftige Gewittercluster unterwegs. Gelbe bis orangene oder sogar rote Farben deuten im folgenden Satellitenbild von 09:45 Uhr hochreichende Gewitterwolken an. Für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf das Bild.

sat_kachelmannwetter2

Diese Gewitter werden sich im Tagesverlauf noch weiter verstärken und zumindest örtlich für Unwetter sorgen. Dabei verlagert sich der Schwerpunkt allmählich ostwärts und wird auch Teile Albaniens und besonders den Nordwesten und Norden von Griechenland erreichen. Es können stellenweise enorme Regenmengen von weit über 100 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit zusammenkommen und besonders an einzelnen Küstenabschnitten sowie auf dem offenen Mittelmeer drohen in diesen Gebieten Böen der Windstärke 9 bis 10, vereinzelt sind sogar auf dem Meer Orkanböen der Windstärke 12 nicht ausgeschlossen. Wie und wo sich genau die stärksten Gewittercluster formieren werden, lässt sich wie immer erst kurzfristig absehen. Unter Umständen bildet sich aus einem Gewittergebiet auch ein kleines, eigenständiges Tief, ein sogenannter „Medicane“ oder zumindest ein Medicane-ähnliches Gebilde. Ich schrieb bereits hier etwas über Medicanes. Dies wird immer wieder in einigen hochauflösenden Wettermodellen angedeutet, wie auf der folgenden Modellkarte zu sehen ist. Hier werden über dem Ionischen Meer stellenweise über 140 km/h simuliert. Dies wäre höchst gefährlich für die Schifffahrt!

böen_kachelmannwetter

Die teils großen Regenmengen sind auch in unseren Vorhersagediagrammen zu sehen. Hier können Sie die Berechnungen verschiedener Wettermodelle vergleichen. Zum Beispiel hier im süditalienischen Messina oder hier für Korfu. Aktuelle Messwerte aus der Region sind hier zu finden. Verschiedene Länder können links ausgewählt werden. Ob in Ihrer Urlaubsregion auch Unwetter drohen, können sie für jeden Ort in Europa in unseren Vorhersagen nachsehen.

Kommentieren