Superzellen-Panik – es wird wieder viel Schwachsinn verbreitet!

Seit gestern (Dienstag) geistert wieder eine Wetter-Meldung durch die Medienlandschaft, über die jeder seriöse Meteorologe nur den Kopf schütteln kann. Verbreitet wird diese durch die üblichen Verdächtigen des Clickbaits. In dieser Meldung werden Superzellen vorhergesagt, einen Tag im Voraus sogar in der genauen Anzahl und für genaue Orte beziehungsweise Städte wie München.

Das ist natürlich Schwachsinn, da sich Superzellen ortsgenau nur sehr kurzfristig mit dem Radar vorhersagen lassen. Es können sich am Mittwoch im Süden zwar einzelne Superzellen bilden, da neben labiler Gewitterluft die Windscherung deutlich erhöht ist, aber wo diese genau entlangziehen, welche Orte sie treffen und auch in welcher Anzahl diese Auftreten, lässt sich niemals einen Tag zuvor sagen.

 

Superzellen sind starke, rotierende Gewitter

Genaue Infos zu einer Superzelle finden Sie in diesem Beitrag. Nur kurz dazu: Bei günstigen Bedingungen (unter anderem viel Windscherung) kann ein Gewitter, besser gesagt dessen Aufwind, in Rotation geraten. Dann bildet sich eine Mesozyklone. Hält sich diese Mesozyklone mindestens 30 Minuten, dann spricht man von einer Superzelle. In Deutschland werden jedes Jahr dutzende dieser Superzellen beobachtet – so gesehen auch nichts Besonderes. In einigen Fällen können Superzellen auch Tornados bringen, in den meisten Fällen bringen Sie heftige Begleiterscheinungen, wie extremen Starkregen, Hagel und heftige Windböen.

Die Vorhersage von Superzellen kann nur kurzfristig mit Hilfe von Radartools erfolgen, wie bei jedem normalen Gewitter auch. Erst wenn ein Gewitter entstanden ist und auf dem Radar zu sehen, lässt sich die Zugbahn und Stärke abschätzen, auch mit Hilfe von Rotations-Detektion, ob eine Mesozyklone (also Rotation) vorhanden ist. Das können Sie alles selbst verfolgen mit den zahlreichen Radartools bei Kachelmannwetter, wie dem Stormtracking:

Aufklärung über Superzellen in einem Video auf unserem Youtubekanal (gerne abonnieren, danke!)

 

Beispiel für unser Stormtracking – eine kurze Erläuterung gibt es hier