Sturmlage ab der Nacht zum Mittwoch – was passiert wo?

Wie wir bereits in den letzten zwei Tagen hier im Wetterkanal berichteten, bahnt sich von Dienstagabend bis in den Mittwoch eine Sturmlage in größeren Teilen Deutschlands an. Wir wollen einen Blick auf die aktuellen Berechnungen der Wettermodelle werfen und schauen, wie stark der Wind wo genau in Deutschland wird.

Am gestrigen Montag zeigte noch die große Mehrheit der Wettermodelle Windböen um oder sogar über 100 km/h. Am heutigen Dienstagmorgen ist schon in nahezu allen Wettermodellen eine leichte Abschwächung der zu erwartenden Windböen zu erkennen. 100 km/h werden nur noch von einem der 3 folgenden Wettermodelle berechnet.  Trotzdem bietet die Sturmlage weiterhin eine gewisse Brisanz, da wir es mit labiler Luft zu tun bekommen, in der es kräftige Regenschauer und örtlich wohl auch Gewitter geben wird. In diesen kann der starke Höhenwind herabgemischt werden, zumindest örtlich wird das sehr wahrscheinlich der Fall sein. Ich halte also einige Böen über 100 km/h durchaus für möglich, besonders in Gewittern! Dazu habe ich 3 Animationen erstellt, die Modell A, B und C zeigen. jeweils sind die Windböen in km/h in 3 Stunden-Schritten von Dienstag, 21 Uhr bis Mittwoch, 13 Uhr zu sehen. Der Schwerpunkt mit Böen häufig von 80 bis 90 km/h und örtlich eben auch mal über 100 km/h wird etwa von NRW und Niedersachsen bis hinüber in die östlichen Bundesländer liegen.

Animation der Windböen nach Modell A

modella

Animation der Windböen nach Modell B

modellb

Animation der Windböen nach Modell C

(hier sind die 100 km/h noch drin, etwa von Niedersachsen bis in die Osten)

modellc

Einordnung: Wie heftig wird es denn?

Nun, ist wird im Grunde ein Sturmtief, wie es fast jeden Herbst oder Winter über Deutschland hinwegzieht und für die deutschen Küsten ist es kaum ein erwähnenswertes Ereignis. Die Bäume haben mittlerweile überwiegend ihr Laub abgeworfen und bieten nicht mehr eine so große Angriffsfläche. Böen von 80 bis 90 km/h richten die üblichen Schäden an, wie abgerissene Äste, einzelne umgestürzte Bäume oder heruntergerissene Dachziegel.

Etwas Sorge bereitet allerdings die labile Luftmasse mit Schauern oder auch Gewittern. Sie müssen sich vorstellen, dass wir von NRW und Niedersachsen bis in den Osten in rund 1500 Meter Höhe mittlere Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h haben! Das lässt uns Meteorologen aufhorchen, da dieser Höhenwind prinzipiell in labiler Luft bis ins Tiefland herabgemischt werden kann. Also ist es nicht völlig ausgeschlossen, auch wenn die Wettermodelle schwächere Böen rechnen, dass es zu einzelnen orkanartigen Böen um 110 km/h oder auch lokal zu einer Orkanböe über 117 km/h kommt. Bei diesen Windstärken im Bereich 11 oder 12, kommt es selbstverständlich zu erheblichen Schäden. Dabei können zahlreiche Bäume umstürzen und Häuser beschädigt werden. Dies wird aber nicht flächig der Fall sein, wenn überhaupt.

Mit einer größeren Sturmflut ist an der deutschen Nordseeküste sowie in Bremen und Hamburg nicht zu rechnen, höchstens vereinzelt könnte aus derzeitiger Sicht das Kriterium für eine leichte Sturmflut erreicht werden.

 

Wir informieren Sie rund um die Uhr hier im Wetterkanal sowie auf Facebook und Twitter. Aktuelle Windböen und weitere Messwerte finden sie hier.

 


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9 Kommentare

  1. Alois Dennemark 17. November 2015
    • Fabian 17. November 2015
  2. Isabel Heger 17. November 2015
  3. Willi Nowak 17. November 2015
  4. Willi Nowak 17. November 2015
  5. Maik Bartschat! 17. November 2015
    • Fabian 17. November 2015
  6. Andrea 17. November 2015

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