Stürmische Kaltfront am Freitag, Sonntag Sturm- oder Orkantief möglich

Das sehr warme bis heiße Sommerwetter dieser Tage wird noch bis einschließlich Donnerstag, im Osten und Südosten teils bis Freitag anhalten, dann erreicht uns eine Kaltfront aus Nordwesten, die deutlich kältere Luft heranführt. Möglicherweise zeichnet sich dann am Sonntag oder Montag noch eine Sturmtiefentwicklung ab, die aber sehr unsicher ist.

Kaltfront am Freitag

Unten sind die Temperaturen am Freitag um 14 Uhr, wo wir eindeutig die Kaltfront erkennen können. Im Vorfeld wird es noch einmal sehr warm bis heiß, vor allem in der Lausitz sind über 30 Grad möglich, je nach Timing der Kaltfront. Hier könnte es sogar für lokale Rekorde für die 3. Septemberdekade reichen. Diese stammen meist von diesem Tag bisher. Jedenfalls macht sich hinter der Front eine deutliche Abkühlung bemerkbar, auf Werte verbreitet unter 20 Grad, teils sogar im Bereich der Front nur um 15 Grad.

 

Erster Herbststurm an der Nordsee, stürmische Kaltfront

Die beiden Karten unten zeigen zwei Prognosen aus unterschiedlichen Wettermodellen für die maximalen Windböen am Freitagvormittag. Wahrscheinlich wird es je weiter nach Norden, desto windiger. Mit der Kaltfront ziehen Regen und Schauer durch, später folgen im Nordwesten Schauer und Gewitter. Besonders mit Frontdurchgang kann es Böen von 60 bis 70 km/h geben, örtlich auch mehr. An der Nordsee, im nördlichen Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es wohl einen ersten Herbststurm. Hier könnten verbreitet Böen von 80 bis 90 km/h auftreten, an der Nordsee wären auch über 100 km/h durchaus möglich. Der Herbst kommt. Schauen Sie sich einfach die aktuellen Berechnungen an, es kommen bis Donnerstag noch mehr und besser aufgelöste Modelle (baue Button) dazu:

 

Deutliche Abkühlung nachhaltig?

Zumindest sieht es bis zum Ende des Trends nicht mehr so warm aus wie in diesen Tagen. Ob wir längere Zeit unter 20 Grad bleiben, ist aber noch etwas fraglich. Der Absturz ist jedoch deutlich zu erkennen. Im Diagramm (Beispiel Frankfurt/Main unten) werden zahlreiche Berechnungen verglichen.

 

Kräftiger Sturm am Sonntag/Montag? 

Während dann zum Samstag landesweit kältere Luft einströmen wird und sich die Kaltfront mit dichten Wolken und Regen noch an die Alpen legen kann, ist über dem Atlantik schon eine neue Tiefdruckentwicklung möglich. Ob und wie stark sich das Tief aber entwickelt, wird doch sehr unterschiedlich gesehen. Das verwundert nicht sehr, da es eben noch einige Tage hin sind.

Wir sehen unten vier verschiedene Wettermodelle im Vergleich für den Luftdruck am Sonntag um 20 Uhr. Ich denke, es kann jeder sehen, dass die Lage und Stärke des Tiefs sehr unterschiedlich berechnet wird. Doch was ist mit der Karte oben rechts aus dem ECMWF Modell? Genau, hier fehlt das Tief komplett.

 

Der Jetstream ist günstig

Am Samstag haben wir einen günstigen Jetstream über dem Nordatlantik und bei den Britischen Inseln. Wir sehen das Starkwindband in der Höhe deutlich in den Karten. Beim ECMWF gelangt das Doppeltief beziehungsweise keines der beiden günstig in den Jetstream und wird nicht richtig eingefangen (links). beim US Modell passiert das Gegenteil: Hier wird das Tief mit dem Jetstream und einer deutlichen Verstärkung zu einem kräftigen Sturmtief eingefangen und mit seinem Zentrum Richtung Dänemark transportiert.

 

Im XL Trend mit dem Vergleich der verschiedenen Wettermodelle sehen wir die großen Unterschiede zwischen Sturm mit Windböen bis um 100 km/h und Ententeich um 30 km/h deutlich. Hier einfach als Beispiel das Vergleichsdiagramm für Kleve am Niederrhein, NRW. Sie können für ihren Ort hier nachsehen:

 

ECMWF Ensembles

Wir erinnern uns oben, dass das ECMWF Modell überhaupt kein Tief am Sonntag sieht. Das war der sogenannte Hauptlauf des Wettermodells. Es werden noch insgesamt 50 weitere Berechnungen durchgeführt, jeweils mit leicht veränderten Anfangsbedingungen. Ich habe unten aus diesen 50 Berechnungen mal einige herausgesucht, die ebenfalls einen Sturm oder Orkan sehen. Will heißen, dass auch das ECMWF in einigen Berechnungen die Tiefentwicklung stärker sieht bzw. drin hat. Sie können die verschiedenen Berechnungen hier alle durchsehen:

Gut, das Fazit ist dann doch irgendwie ernüchternd, denn es lässt sich einfach noch nicht sicher sagen, ob es zu einer markanten Sturm- oder gar Orkanentwicklung am Sonntag oder Montag kommt. Es könnte was im Busch sein, da viele Berechnungen in diese Richtung gehen. Insbesondere so lange, wie der Hauptlauf des im Schnitt sehr guten ECMWF Wettermodells noch nicht mitzieht, sollten wir skeptisch beziehungsweise gelassen bleiben. Wir bleiben dran.



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11 Kommentare

  1. Seb 18. September 2018
  2. Hans 18. September 2018
    • Bernd 18. September 2018
      • Fabian 18. September 2018
        • Hans 18. September 2018
  3. Florian 18. September 2018
  4. Steffen 18. September 2018
  5. Christian 19. September 2018
  6. Klempp 20. September 2018