Schon wieder ein Supermond…

Schon Mitte November war der Supermond ein großes Thema in den Medien. In den Meldungen dazu wurde das Ereignis so dargestellt, als ob der Mond dann wesentlich größer erscheint als sonst und wir Menschen den Unterschied sehr gut beobachten können. Und nun gibt es nur eine Mondphase später schon wieder einen Supermond. Ist da nun tatsächlich etwas dran?

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Das Foto von Matthias Kipper zeigt den Vollmond am 16. Oktober 2016 in der Nähe von Grebenhain in Hessen.

Tatsächlich verläuft die Bahn des Mondes um die Erde in einer Ellipse, damit schwankt die Entfernung zwischen Erde und Mond. Im Mittel sind es etwa 384.400 Kilometer mit einem Minimum von 356.000 Kilometern und einer größten Entfernung von 406.000 Kilometern. Kommt der Mond genau zur Vollmondzeit der Erde sehr nahe, soll er größer erscheinen, einige nennen dies einen Supermond. Der Supermond ist aber unter Astronomen gar nicht gebräuchlich, für die größte Erdnähe des Mondes gibt es den astronomischen Begriff Perigäum (geringste Erdnähe: Apogäum). Den Supermond hatte der Astrologe Richard Nolle im Jahre 1979 in einem Horoskop-Magazin ins Leben gerufen. Er nannte es dann einen Supermond, wenn Voll- oder Neumond genau dann auftraten, wenn er sich in mindestens 90 Prozent der größten Erdnähe befand.

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Die Entfernung zwischen dem Mond und der Erde ist derzeit sehr gering, die drei Vollmondphasen von Oktober bis Dezember 2016 weisen einen „Supermond“ auf, wenn man nach der Definition von Nolle geht. Dabei war der Vollmond im Oktober gerade mal ca. 0,5 Prozent weiter entfernt als am 14. November und auch jetzt im Dezember sind es nur 0,8 Prozent mehr, der Vollmond erscheint also praktisch genauso groß. Am 14. November war der Mond in seiner größten Erdnähe, er war der Erde so dicht wie seit fast 70 Jahren nicht mehr. Und erst am 25.12.2034 kommt der Mond der Erde noch ein paar Kilometer dichter. Das klingt alles nach einem Extremereignis und der Mond erscheint immerhin 14 Prozent größer als zur Zeit der größten Entfernung und er kann bis zu 30 Prozent heller scheinen, aber merken wir wirklich etwas davon? Ist es wirklich ein so besonderes Ereignis, dass wir es auf keinen Fall verpassen sollten?

Kaum, denn der Unterschied ist für uns Menschen kaum wahrnehmbar. Zudem erscheint der Vollmond tief am Himmel stehend für uns sowieso größer und den Unterschied zwischen dem Vollmond in der Nacht zum 14. Dezember 2016 zu anderen Vollmonden kann man höchstens messen, aber nicht wirklich sehen. Aufgrund der elliptischen Bahn des Mondes ergeben sich in jedem Jahr mehrere „Supermonde“, wenn auch nicht ganz so erdnah wie in diesem Fall. Ist das Licht dann wenigstens heller? Auch dieser Effekt ist nur gering und je nach Wetterlage wird er auch ganz leicht kompensiert. Bei den heutigen Lichtverhältnissen mit extrem vielen störenden Lichtquellen bemerkt man erst recht keinen Unterschied zum „normalen“ Vollmond. Man bräuchte schon einen sehr dunklen, ländlichen Standort ohne jegliche Lichtverschmutzung. Astronomisch ist der „Supermond“ also eine Besonderheit, der „Otto-Normalbürger“ merkt davon praktisch nichts.

Aber kann man den Mond am Dienstagbend überhaupt sehen in Deutschland? Die besten Chancen hat man ganz klar im äußersten Süden. Hier ist der Himmel vom Südschwarzwald bis ind en Südwesten Bayerns meist nur gering bewölkt oder klar. Ansonsten hat man kaum Chancen, höchstens anfangs im Erzgrbirge. Dichte Wolken versperren die Sicht, wie man auch in unserer Super-HD-Wolkenvorhersage erkennen kann. Für mehr Details bitte in die Bundesländer klicken, man kann auch Stunde für Stunde weiter klicken und die Entwicklung der Bewölkung in der Nacht zum Mittwoch sehen.

Was es mit Supermond, einer Mondfinsternis und dem „Blutmond“ auf sich hat, erklärt auch Andreas Neuen in einem Video:


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