Rekordniedrigwasser am Edersee

Die Trockenheit, die sich mit mehreren Unterbrechungen schon seit dem vergangenen August hinzieht, setzt sich in vielen Teilen Deutschlands weiter fort. Schon seit dem Herbst führen viele Flüsse und Stauseen in Deutschland Niedrigwasser und auch kurze, heftige Regenphasen haben kaum Abhilfe geschaffen. Der Edersee in Nordhessen, mit dessen Wasser unter anderem die Oberweser im Sommer schiffbar gehalten wird, hat inzwischen für die Jahreszeit einen Rekordstand erreicht.

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Die Karte mit den Niederschlagssummen in den vergangenen 30 Tagen zeigt weite Regionen mit sehr geringen Mengen. Gebietsweise sind kaum 10 Liter pro Quadratmeter gefallen.

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Sehr ungewöhnlich ist das derzeitige Niedrigwasser im nordhessischen Edersee, dessen Aufgaben neben Hochwasserschutz, Trinkwasserversorgung und Stromerzeugung vor allem die Unterstützung der Oberweser in trockenen Zeiten ist. Schon seit dem Winter musste immer wieder viel Wasser an die Weser abgegeben werden, um diese schiffbar zu halten. Dies geht bei längeren Trockenphasen allerdings nur begrenzt, der See darf ja nicht ganz leer laufen. Dennoch sank der Wasserspiegel des Sees im Herbst 2003 auf mehr als 27 Meter unter dem Vollstau und viele alte Bauwerke tauchten aus dem Wasser auf. Der Tiefststand wurde damals aber erst im November erreicht.

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In diesem Jahr geht alles viel schneller, auch schneller als denkwürdigen im Sommer 2003. Der Pegelstand lag am Sonntagmorgen bereits 17,85 Meter unter Vollstau und damit 13,44 Meter unter dem Mittelwert der vergangenen 100 Jahre für dieses Datum. Der Füllstand des Sees liegt inzwischen unter 30 Prozent, von knapp 200 Millionen Kubikmeter sind nur noch gut 58 Millionen Kubikmeter übrig. Wird ein Volumen von 40 Millionen Kubikmeter unterschritten, wird die Unterstützung der Weser weitgehend eingestellt und nur noch eine kleine Menge abgegeben. Die Schiffbarkeit der Oberweser ist dann nicht mehr gegeben. Dies wird in etwa einer Woche der Fall sein, falls nicht vorher noch größere Regenmengen fallen sollten. Bei anhaltender Trockenheit kann der Wasserstand des Sees aber weiter deutlich fallen.

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Sinkt der Wasserstand des Edersees auf 24 Meter unter Vollstau, taucht das berühmte Staumauermodell auf, das vor der Errichtung der eigentlichen Talsperre in einem Dorf errichtet wurde. Damit sollte der ganze Ablauf getestet und den Bürgern näher gebracht werden. Zuletzt war das 1,15 Meter hohe und sehr gut erhaltene Bauwerk im Herbst 2003 komplett aufgetaucht (siehe Fotos aus dem Herbst 2003).

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Niedrigwasser am Rhein, aufgenommen von Reinhold Reitz in Bad Honnef

Auch das Niedrigwasser vieler Flüsse nimmt immer größere Ausmaße an. Entlang des Rheins liegen die Wasserstände vielerorts in der Nähe der Tiefstwerte für diese Jahreszeit aus den vergangenen Jahrzehnten. Auch an einigen anderen deutschen Flüssen sieht es nicht viel anders aus.


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4 Kommentare

  1. LutzS 10. Juli 2017
  2. Barend H. Kuiken 1. August 2017
  3. Eric Hoyer 27. Juli 2018
  4. Eric Hoyer 27. Juli 2018

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