Kommende Woche erneut spätwinterlicher Kälteeinbruch möglich

Wie wir bereits berichteten, ist die Großwetterlage in weiten Teilen Europas auf kalt gepolt und ein richtiger Durchbruch hin zu warmem Frühlingswetter ist vorerst nicht in Sicht. Zwar wird es am Wochenende vorübergehend etwas milder und auch freundlicher, aber kommende Woche ist schon wieder was im Busch sozusagen. Es ist eben noch März und spätwinterliche Kälteeinbrüche mit Schnee sind selbst im April noch bis in tiefe Lagen möglich. Außerdem war es in den vergangenen Jahren gerade im Frühling häufig schon sehr warm mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen, einfach gesagt viel zu früh viel „zu warm“! Das verzerrt vielleicht das Bild vom mitteleuropäischem Klima, denn der Mensch vergisst schnell.

Aber genug geredet, widmen wir uns den Aussichten. Wir sind ja hoffentlich bekannt dafür, dass wir keine unsichere und unseriöse Langfristgauklerei betreiben und deswegen wollen wir nur einen groben Blick auf die mögliche Entwicklung in der kommenden Woche werfen. Über Details lohnt es sich nicht zu spekulieren. Und ja, Ostern steht dann quasi schon vor der Tür. Wir gucken trotzdem nur bis Donnerstag, denn schon bis dahin sind die Unsicherheiten erheblich. Um das Osterwetter kümmern wir uns ab dem Wochenende ausführlicher 😉

Wie ich bereits erwähnt habe, wird das Wochenende vorübergehend milder (Sie können hier nachsehen), bevor es zu Wochenbeginn erneut abwärts geht. Jetzt lohnt es für kommende Woche nicht zu gucken, ob es in Frankfurt am Main 3 oder 6 Grad werden, wo es wie viel Millimeter regnet oder wo es sogar Schnee gibt. Ja, Schnee ist durchaus möglich. Unten sehen wir die Höhenwetterkarte, wo wir die groben Strukturen zunächst mal für Montag, 20 Uhr vom ECMWF und GFS Modell vergleichen. Wir sehen, dass sich die Frontalzone weiterhin für März recht weit südlich einnistet. Sie trennt einfach gesagt warme von kalter Luft. Ein kühler Sack macht sich wieder über Deutschland und Mitteleuropa breit. Die Modelle sind sich da recht einig.

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Für den kommenden Donnerstag sehen wir dann weiterhin recht ähnliche Strukturen in der berechneten Großwetterlage für Europa: Sowohl das ECMWF als auch das US Modell halten an der sehr südlich verlaufenden Frontalzone fest, was eben bedeutet, dass Deutschland und Mitteleuropa unter Tiefdruckeinfluss liegen und im Bereich kalter Luftmassen. Ein ausgeprägter Trog beziehungsweise ein Höhentief (das runde blaue Ding) ist ebenfalls im Bereich Polen zu sehen.

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Der Vergleich der Luftmassen für Donnerstag zeigt in beiden Modellen Deutschland im blauen Bereich, also im Bereich polarer Kaltluft. Tendenziell sehen wir auch, dass der Norden insgesamt kälter sein könnte, als der Süden. Ein Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd könnte natürlich auch Luftmassengrenzen begünstigen, die kaltseitig Schnee bringen, wo wir aber wieder bei noch nicht zu klärenden Details wären.

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Vergleich in den Ensembles

Was sind denn Ensembles? Ganz einfach: Wir haben oben ja Karten im Vergleich vom ECMWF und US (GFS) Modell gesehen. Von jedem Modell werden auch weitere Berechnungen durchgeführt, jeweils mit leicht veränderten Anfangsbedingungen. So kommt das ECMWF auf 50 weitere Lösungen, das GFS auf 20. Betrachtet man diese in einem Diagramm, sieht man wie sicher oder unsicher das kommende Wetter ist. Sind die Linien dicht beieinander = recht sicher, weit auseinander = unsicher.

Wir schauen uns zunächst (oben ECMWF, unten GFS Modell) für Hamburg an und sehen bei beiden von Dienstag bis Donnerstag eine große Spanne. Der Hauptlauf (haben wir oben gesehen) liegt recht weit unten, ist also eine der kältesten Lösungen. Beim GFS unten ist auch noch viel Kuddelmuddel zu sehen, also eine große Bandbreite. Ich muss allerdings eingestehen, dass beim vergangenen Kälteeinbruch auch die Hauptläufe diesen als erstes erkannt hatten. Muss dieses mal nicht so sein, kann aber.

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Wenn ihnen das alles zu kompliziert ist, gibt es einen vereinfachten 14 Tage-Wettertrend jetzt auch auf unseren neuen Wetterübersichtsseiten. Wir sehen unten das Beispiel für Hamburg. Jeden Ort der Welt können Sie einfach auf der Startseite bei kachelmannwetter.com eingeben und sehen dann unten diesen Trend. Er wird mehrmals täglich aktualisiert.

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Das gleiche nun noch für München, also für den Süden der Republik. Insgesamt sehen wir hier schon eine leichte Bündelung der Lösungen, die milder ist als für Hamburg. Wie oben also schon erwähnt, könnte es kommende Woche im Norden kälter werden, da hier die Kaltluft noch näher ist als in Süddeutschland. Das bestätigt auch eine mögliche Situation mit einer Luftmassengrenze. Im GFS unten sehen wir sogar eine nicht sehr geringe Zahl von Berechnungen, die Donnerstag und Freitag an die 20 Grad-Marke rankommen. Also nicht ganz hoffnungslos für den Frühling in München 😉

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Das also nur als ein erster Überblick für die kommende Woche. Wir bleiben natürlich dran.

 



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12 Kommentare

  1. Schneider Manfred 22. März 2018
  2. Thomas Leis 22. März 2018
    • Hans 22. März 2018
      • Thomas Leis 22. März 2018
      • Wolfgang 22. März 2018
      • Raphael Klein 23. März 2018
  3. Michael Beecken 22. März 2018
  4. Sven 25. März 2018

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