Kaltlufttropfen zum Mittwoch – wo bringt er Schnee?

Derzeit liegen wir weiterhin am Südrand einer umfangreichen Hochdruckzone über Skandinavien und Nordosteuropa. Das weitgehend störungsfreie Hochdruckwetter wird aber im Laufe der Woche ein Ende finden, den ein kleines Höhentief, auch Kaltlufttropfen genannt, wird uns in den kommenden Tagen beschäftigen.

Beschäftigen trifft vor allem auch auf uns Meteorologen zu, denn dieser kleine Kaltlufttropfen ist alles andere als gut vorhersagbar. Aber der Reihe nach: Am heutigen Montag spaltet sich bei Schottland aus einer nordatlantischen Tiefdruckzone ein Gebiet mit kälterer Luft in der Höhe (etwa 5500 Meter) ab und zieht bis zum morgigen Dienstag von der Nordsee und dem Ärmelkanal kommend Richtung Deutschland. Diese kleinen Höhentiefs schwimmen wie ein Fettauge auf dem Suppenteller und sind nur sehr schwer von den Wettermodellen zu berechnen. Einfach gesagt, exakt weiß niemand genau, wo sie sich hin verlagern.

Schauen wir uns zwei Wettermodelle für den Mittwochmorgen an: Die Lage des Kaltlufttropfens, zu erkennen an der Temperatur in etwa 5500 Metern Höhe, wird noch unterschiedlich simuliert. Dies hat natürlich deutliche Auswirkungen, wo die zugehörigen Niederschläge zu finden sein werden.

Lage des Kaltlufttropfens am Mittwochmorgen, Modell A

Lage des Kaltlufttropfens am Mittwochmorgen, Modell A

Lage des Kaltlufttropfens am Mittwochmorgen, Modell B

Lage des Kaltlufttropfens am Mittwochmorgen, Modell B

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Höhentief wird aus Südosten zunächst in der Höhe etwas mildere und feuchte Luft angezapft, welche auf die bei uns liegende kühlere Luft aufgeitet und für Niederschläge sorgt. So setzen ab Dienstagabend von den Alpen her Niederschläge ein, die sich bis nach Sachsen ausbreiten und ab Mittwochmorgen und tagsüber größere Teile Deutschlands erfassen können. Da es zum einen in der Nacht zum Mittwoch noch einmal stärker auskühlen kann und zum anderen auch in der Höhe für Oktober recht kühle Luft vorherrschend ist, wird die Schneefallgrenze gebietsweise ziemlich tief liegen.

Wie eingangs bereits geschrieben, ist die Lage der Niederschlagsgebiete noch unsicher. Schneefall deutet sich am ehesten von den östlichen über die zentralen bis eventuell auch westlichen Mittelgebirge an. Vom Erzgebirge und dem Fichtelgebirge über den Thüringer Wald, den Harz und Nordhessen bis zum Hochsauerland könnte die Schneefallgrenze am Mittwochmorgen teilweise nur bei 500 bis 600 Meter liegen und für eine erste weiße Überraschung sorgen. Sollte der Niederschlag kräftig genug sein und es in der Nacht zuvor ausreichend abkühlen, kann es besonders im Bereich und Umfeld des Erzgebirges, im Vogtland und im Fichtelgebirge teilweise bis auf 400 oder 300 Meter hinab schneien. Dafür muss aber vieles exakt zusammenpassen, sodass diesbezüglich noch keine klare Aussage getroffen werden kann. Jedenfalls wird es vor allem in etwas höheren Lagen höchste Zeit das Auto winterfest zu machen. Schnee und Glätte ist vor allem in den oben genannten Regionen, aber unter Umständen auch in anderen Mittelgebirgslagen möglich.

Schauen wir uns abschließend noch die Vorhersage aus dem besonders interessanten Gebiet in Sachsen an. In der XL Vorhersage für Chemnitz wird von fast allen Wettermodellen für den frühen Mittwochmorgen verstärkt mit Niederschlag gerechnet, der bei Temperaturen von nur etwas über 0 Grad einsetzen soll. Eine Vorhersage mit dem Vergleich von bis zu 10 Wettermodellen finden Sie für jeden Ort in Europa auf unserer Website kachelmannwetter.com.

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