Hitzewellen in Pakistan und den USA

Während es in Deutschland in der letzten Woche zu kalt für diese Jahreszeit war, herrschen auf anderen Teilen der Erde teilweise extreme Hitzewellen. Wir werfen einen Blick darauf.

 

Pakistan

Am schlimmsten ist es derzeit in Pakistan. Seit letzter Woche Freitag herrschen vor allem im Süden und Westen Pakistans tagsüber Temperaturen von mindestens 40 Grad. Der Höchstwert lag bei 45 Grad. Alleine in der Hafenstadt Karachi meldeten die Behörden bereits über 700 Hitzetote. Die Situation wird für viele Menschen noch dadurch verschärft, dass derzeit Ramadan ist und gläubige Muslime tagsüber trotz der enormen Hitze nichts trinken und essen. Gleichzeitig herrscht Trinkwassermangel und durch Stromausfälle in Karachi wurde die lebensnotwendige Wasserversorgung noch zusätzlich erschwert. Am Mittwochabend werden erste Regenfälle des Monsuns (der, in dem Fall muss man sagen glücklicherweise, etwas zu früh dran ist) zumindest für ein wenig Abkühlung sorgen.

 

USA Südosten

Seit 1,5 Wochen gibt es nicht nur bei mir in South Carolina, sondern im ganzen Südosten der USA eine Hitzewelle mit Temperaturen, die tagsüber bei mindestens 32 Grad liegen, weit verbreitet allerdings eher bei 35 bis knapp 39 Grad. In Raleigh, der Hauptstadt von North Carolina, lag die Höchsttemperatur in den letzten 11 Tagen nie unterhalb 35 Grad. Columbia, South Carolinas Hauptstadt, stellte am Dienstag mit 38,3 Grad einen neuen Hitzerekord für Juni auf.

Auch bei mir hier im Norden von South Carolina sind es jeden Tag mindestens 34 Grad oder mehr. Meine kleine Wetterstation in meinem Garten meldete am 17. Juni 100 Grad Fahrenheit, das sind knappe 38 Grad Celsius. Betroffen sind die Bundesstaaten von Arkansas, Louisiana bis zu den Carolinas. Die Luft ist nicht nur heiß, sondern auch schwül, so dass an dem ein oder anderen Tag auch kräftige Schauer und Gewitter dabei waren und sind, die in kurzer Zeit mal eben 30 bis 50 l/qm Regen, Hagel und Sturmböen brachten. Bis zum Ende der Woche geht es hier noch so heiß weiter, dann zieht eine Kaltfront durch und lässt die Temperaturen wieder auf normalere Werte für diese Jahreszeit sinken.

Der Grund für die Hitzewelle liegt in der momentanen allgemeinen Zirkulation über den USA. Der Südosten liegt seit letzter Woche auf der Vorderseite eines Höhentroges über dem Norden und der Mitte der USA. Dabei wurde auf eben dieser Vorderseite aus Süden die sehr warme und schwüle Luft aus den Tropen herangelenkt. Die Großwetterlage in den USA wird sich nun ändern und dies führt dazu, dass sich die Hitzewelle sozusagen verschiebt.

USA Nordwesten

…und zwar in den Nordwesten der USA. Während also der Südwesten wieder in etwas kühlere Luft kommt und sich der oben angesprochene Höhentrog weiter nach Osten verlagert, wölbt sich auf der anderen Seite der USA, dem Westen, ein sogenannter Höhenrücken auf.

Über dem Südwesten der USA liegt schon seit letzter Woche ein kräftiges Hochdruckgebiet. Dieses Hoch verlagert sich nun weiter nach Norden. Aus Süden wird damit ab Freitag sehr warme und heiße Luft bis weit in den Nordwesten der USA und sogar teilweise bis nach Canada verfrachtet. Also in Regionen, die Temperaturen von 33 bis 38 Grad nicht unbedingt gewöhnt sind und die eher als Wintersportgebiete bekannt sind. Am Wochenende wird sich die Hitze dort sogar noch steigern und in den Staaten Washington, Idaho und Oregon sind örtlich sogar über 40 Grad möglich.

 

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