Frühlingswetter 2016: Ein Hoch macht noch keinen Frühling

Schon aktuell ist die Wetterlage recht ruhig, abgesehen von einzelnen Schauern, die teilweise recht kräftig ausfallen oder ausgefallen sind. So sind beispielsweise im Bergischen Land, im Saarland und in Baden ab 150 m nochmal ordentliche Schneemengen zustande gekommen. In den kommenden Tagen kommt da aber nix mehr dazu, nur selten fallen noch ein paar Flocken oder Tropfen. Das Azorenhoch macht sich immer weiter breit.

Nachdem am Mittwoch ein kleines Tief nach Frankreich rutscht, von dem wir aber maximal die hohen Wolken wahrnehmen, setzt sich ab Donnerstag wieder Hochdruckeinfluss durch. Dabei kommt es immer drauf an, wo das Hoch liegt, damit wir ordentliche Frühlingsluft, bestenfalls aus den Subtropen, bekommen. Nur ist alles andere als das in Sicht!

Die Entwicklung:

Alles beginnt damit, dass sich am Donnerstag und Freitag eine tausende Kilometer lange Hochdruckbrücke vom Atlantik ein mal quer über Europa bis nach Russland einstellt, das sieht dann so aus… Achtung: rote Farben sind NICHT WÄRME, sondern hoher Luftdruck! Grünlich-Bläulich bedeutet tiefer Luftdruck. Mit Klick auf das Bild kann man selber Stunde für Stunde die Entwicklung angucken:

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Diese Hochdruckbrücke ist gut und gerne mal 5000 km lang oder mehr!

Was heißt das einstweilen für unser Wetter?

Im Grunde genommen bewegt sich so ziemlich kein Lüftchen. Na gut, ein bisschen. Aber das kommt auch noch aus Osten, und das hat noch nie Frühlingshitze bedeutet. Im Gegenteil: durch die schwache aber gleichmäßige Zufuhr kontinentaler, kühler Luft aus dem (mal nördlichen, mal südlichen) Osteuropa ist vom Fünfzehngradfrühling am Wochenende nix zu merken. Maximal können wir 12 oder höchstens 13 Grad erreichen, und das auch nur in den üblichen verdächtigen Regionen am Ober- und Niederrhein, und selbst hier nicht jeden Tag. Also alles in allem nicht wirklich frühlingshaft, da war es im vergangenen Dezember (anhaltend) wärmer…

Auch in höheren Luftschichten weht nur ganz wenig Wind. Das heißt: es schwebt immer dieselbe Suppe über uns rum. Und wir können froh sein, dass schon März ist und nicht mehr Januar, denn jetzt hat die Sonne genug Kraft, um die gebietsweise nächtlichen Nebelfelder weitestgehend wegheizen zu können.

Und wann kommt jetzt der Frühling?

Wir müssen gucken, wie sich das Hoch verlagern wird. Große Hoffnungen gibts allerdings nicht. Können wir da nix machen? Nein, wir müssen traurig auf die Wetterkarten gucken, und zur Kenntnis nehmen, dass dieses Hoch ein dickes Ding wird, vermutlich bis weit in die zweite Märzhälfte hinein unsere Westströmung blockieren wird und damit saftige Niederschläge in Kombination mit T-Shirt-Wetter bringenden Warmlufteinschüben lange lange ausbleiben. Stattdessen Ostwind bis zum Abwinken (nicht stark, aber lange), Anfang nächster Woche eventuell sogar nochmal regional ein paar Schneeflocken. So ist das, wenn das Hoch über Großbritannien liegt. Dann bekommen wir volle Nord/Ost-Dröhnung mit kühlen Luftmassen. Wir können froh sein, dass das Hoch nicht noch ein Stück weiter westlich bzw. ein starkes Tief über Osteuropa liegt, dann hätten wir nämlich den Salat: einen ordentlich frostigen und vermutlich auch schneereichen März. Für Frühling aus allen Rohren mit 15 bis 20 Grad müsste das Hoch genau über Italien liegen, damit wir aus Westafrika über Spanien und Frankreich warme Luft bekommen. Das können wir uns aber getrost abschminken.

Im Übrigen sind das die Nachwehen einer großen Stratosphärenerwärmung (Was ist das?) über dem Nordpol, was in der Regel und auch jetzt eben wieder zur Folge hat, dass unsere Westströmung quasi wochenlang nicht existiert. Die Hoffnung bleibt für die letzte Märzdekade, das heißt womöglich pünktlich zum kalendarischen Frühlingsanfang kann es dann spürbar warm werden, und die Pollen fliegen wieder, ich kanns kaum erwarten…

Fazit

Wir bekommen also weiterhin weder Fisch noch Fleisch – positiv ist: Einige von uns dürfen am Wochenende einen Hauch von Frühling genießen mit bis zu 13 Grad. Alle anderen 75 Millionen Deutsche kriegen einen Dezember reloaded mit Werten zwischen 5 und 11 Grad und leichten Nachtfrösten, dazu überwiegend trocken mit nur geringen Niederschlägen.

Anbei noch der XL-Trend für Frankfurt/M. – geht für jeden Ort, einfach anklicken:

FFMXL


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6 Kommentare

  1. Sebastian 8. März 2016
  2. Sven 9. März 2016
  3. Stefan aus Berlin 9. März 2016
  4. Sara Bosshard 10. März 2016
    • Marcus 10. März 2016