Der Frostluft ein Ende setzen? Heutiger Ablauf Regen/Schnee/Wind im Detail

Wie im Wetterbericht schon betont, ziehen heute Tiefausläufer von West nach Nordost über Deutschland hinweg. Per se natürlich nichts ungewöhnliches, aber in Anbetracht der besonderen Ereignisse einmal mehr Wert, das ganze mal etwas detaillierter zu betrachten.

Was wir haben

Im Westen und Süden nasskaltes Schmuddelwetter, im Norden und Osten ist man jeden Morgen aufs Neue am Kratzen, weil wieder fünf Schneeflocken auf dem Auto gefroren sind – bei einigen hilft kratzen nicht mehr, denn Eisregen hat die Landschaft komplett vereist. Seit Tagen Dauerfrost nördlich der Luftmassengrenze, die ungefähr vom Münsterland über Ostwestfalen, Südniedersachsen, Thüringer Wald, mittleres Erzgebirge bis zur Oberlausitz reicht. Diese Luftmassengrenze wird heute Nacht dann mit der Warmfront, die jetzt schon im Westen langsam eintrudelt, zur Ostsee abgedrängt. Dicht gefolgt von der Warmfront kommt eine „maskierte Kaltfront“, also eine Kaltfront, mit der es nicht wirklich kalt wird (die aber sonst alle meteorologischen Bedingungen erfüllt, um Kaltfront genannt zu werden).

Mit der Kaltfront frischt typischerweise der Wind auf – und es wird warme Luft aus Südwesten hereingeblasen.

Die Spannung steigt eher im Hinblick auf das, was im Nordosten passiert. Wird es dort regnen? Wird es schneien? Extremes Tauwetter vielleicht sogar?

Was wir bekommen

Im Westen trifft der Regen in diesen Momenten ein. Bis Sonnenuntergang sollte der Regen in etwa bis zu einer Linie Emsland – Ostwestfalen – Thüringer Wald – östliches Bayern vorangekommen sein, also fast exakt bis zur Frostgrenze. Der Regen dauert unterschiedlich lange, zwischen 2 und 4 Stunden, nachher noch einzelne Schauer, aber auch Auflockerungen.

Nach Sonnenuntergang wird es dann für den Osten und Norden spannend. Die Kaltluft am Boden ist zäh und lässt sich nicht so einfach verdrängen. Und: schneit es oder regnet es?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns die Temperatur in den Höhen der Atmosphäre an, die kritisch werden für Schnee. So viel sei gesagt, oberhalb ungefähr 1000 m ist es kalt genug für Schneefall, übrigens fällt der Niederschlag in ganz Deutschland heute als Schnee aus der Wolke, schmilzt aber unterwegs, also regnet es.

Hier nun die Temperaturen mit Null-Grad-Grenze (schwarze Linie) in ca. 500 m Höhe – der kritischsten Schicht, denn dort gehen die Temperaturen noch während des Niederschlags mit dem Frontensystem von Minus- in Plusgrade. Violett darüber ungefähr die Positionen von prognostizierten Niederschlagsgebieten (auch sonst kann es einzelne Schauer geben, aber das ist jetzt völlig unwichtig)

Wir sehen: im Lauf der Nacht, also zwischen den beiden Bildern, wird der Streifen mit Regenanteil immer schmaler. Je weiter die Front und der Niederschlag nach Nordosten vorankommen, umso mehr kommt er als Schnee unten an.

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Halten wir fest: im Nordosten wird es nochmal ordentlich schneien; bevor der Regen kommt sind durchaus nochmal 5 cm oder mehr Schnee drin, auch für Berlin. Allerdings wird der Schnee immer nasser und geht im Laufe der Nacht wohl in Schneeregen oder Regen über. Es scheinen sich morgen früh wieder „geordnete Verhältnisse“ eingestellt zu haben: knapp über Null Grad im Flachland und leichter Frost im Gebirge. Leichtes Tauwetter also.

Der Wind frischt nachher etwas auf, weht dann in Böen oft über 50 bis teils 70 km/h, in höheren Lagen durchaus 70 bis 80 km/h. Dieser Wind pustet warme Luft herein, schlussendlich wird man das auch morgen früh im Norden und Osten merken; statt Dauerfrost gibts Plusgrade und statt eisige eben gemäßigte Luft, was gerne den Tauprozess der Schneedecke beschleunigt.

Achtung

Das Tief, welches dafür verantwortlich ist, nähert sich der Nordseeküste im Lauf der Nacht! In Norddeutschland nimmt der Wind dann flächendeckend nochmal zu. Vormittags in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, später auch in Mecklenburg-Vorpommern können teils Sturmböen über 75 km/h auftreten, direkt an der Nordsee teils schwere Sturmböen bis über 100 km/h.

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Vor allem im Küstenumfeld wird durch den starken Wind der Tauprozess beschleunigt bzw. kann es Schneeverwehungen geben, aber nicht soo stark, da der Schnee meist nass bzw angetaut ist.

Danke fürs Lesen! 🙂

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3 Kommentare

  1. Frank Gieseler 7. Januar 2016
  2. Thomas Otto 7. Januar 2016
  3. Marcel 7. Januar 2016

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