Entwicklung eines Sturmtiefs kommende Nacht!

In der kommenden Nacht zum Samstag entwickelt sich über der Nordsee ein kleines Tief, welches es windtechnisch in sich hat. Solche kleinen, sich rasch entwickelnden Biester sind besonders bemerkenswert, denn innerhalb von nur wenigen Stunden entstehen starke Luftdruckgegensätze, die durch kräftige Winde wieder ausgeglichen werden wollen. Die Schwierigkeit hierin besteht für uns Meteorologen in der Vorhersagbarkeit. Die Modelle können nur schwer die maximalen Windgeschwindigkeiten (Böen) exakt berechnen, ähnlich vergleichbar mit einer ortsgenauen Vorhersage für Gewitter.

Ich fasse zusammen, was ich in den Modellen sehe:

Das Tief entsteht bereits in diesem Augenblick über dem Kanal zwischen England und Frankreich und wird sich im Laufe der Nacht über der Nordsee weiter entwickeln. Konkret bedeutet das:

– ab heute Abend 19 Uhr in den westlichen Mittelgebirgen sowie im Harz stürmische Böen (Stärke 8, bis 74 km/h), teils Sturmböen (Stärke 9, bis 88 km/h)

– heute Abend bis in die Nacht in NRW, Hessen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg; in der zweiten Nachthälfte dann in Schleswig-Holstein, nördliches Sachsen-Anhalt, nördliches Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern stürmische Böen.

– an den Küsten von Nordsee und Ostsee (hier vor allem bis morgen Mittag) sowie auf den Gipfeln der Mittelgebirge (falls sich dort jemand mitten in der Nacht herum treibt…) häufig Sturmböen.

Weiterhin ist hauptsächlich morgen in Norddeutschland ein windiger Tag mit weiterhin stürmischen Böen, vor allem in Schauernähe. Dabei wird durch vertikalen Impulstransport der Wind aus größeren Höhen bis zum Boden „herunter gemischt“.

Das alles ist nicht direkt lebensgefährlich oder spektakulär; man sollte dennoch in der Freitagnacht, in der man gerne unterwegs ist, vor abbrechenden Ästen von Bäumen Achtung wahren. Der Kleingärtner sollte ebenso gewisse Maßnahmen im Vorfeld ergreifen und der Terrassenbesitzer das Plastik-Mobiliar sichern.

4 Kommentare

  1. Horst Schübeler 29. Mai 2015
    • Marcus 29. Mai 2015
  2. Bernd Wilms 6. Juli 2017

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