Entwicklung der Großwetterlage – weiter Hitze oder nicht ist die Frage

Hitzewelle in Deutschland, am Donnerstag wurden in Duisburg sogar 38 Grad erreicht. Die Stimmen werden lauter, wann es denn endlich zu einer Umstellung der Wetterlage kommt und es nachhaltig kälter oder wenigstens nicht mehr so warm beziehungsweise heiß wird. Nun, wollen wir mal auf die Wettermodelle für die kommende Woche schauen, wo vielleicht für den Norden was im Busch ist. Vielleicht. Es könnte zumindest einen Temperaturrückgang auf nicht mehr ganz so hohe Werte geben.

Unten ist ein Vergleich der Großwetterlage für kommenden Donnerstag, den 2. August. Beide großen Wettermodelle (ECMWF und GFS) rechnen ein sehr starkes Hoch über Südwesteuropa. damit wird es hier wohl tierisch heiß, das GFS sieht sogar Rekordhitze in Portugal, wo aber die anderen Modelle noch nicht mitziehen. Wie dem auch sei, das dicke Hoch über Skandinavien wird sich etwas abschwächen und nach Osten wandern, damit freut sich der atlantische Tiefdruck und drückt immer weiter in die Kerbe zwischen den beiden Hochs. Genau, da in der Kerbe liegt am südlichen Rande der Norden Deutschlands. Die Strömung würde hier zonalisieren, was in diesem Fall nichts anderes bedeutet, dass aus Westen warme und keine sehr warme oder gar heiße Luft heranweht.

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Wir sehen aber auch schon in den Karten, dass die große Frage sein wird, wie weit das aufgeblähte Hitzehoch über Südwesteuropa nach Deutschland hereindrückt. Nach beiden Lösungen oben bleibt der Süden und Südwesten Deutschlands eher im Bereich des Hochs, beziehungsweise am Nordostrand. Somit gibt es die größten Chancen für einen nennenswerten Temperaturrückgang im Norden Deutschlands, weniger im Süden und Südwesten. Bleibt das Hoch und vor allem die Brücke zwischen den beiden Hochs stärker, dann wird das auch im Norden nichts und es kann hier sogar weiter richtig heiß bleiben!

Vergleich im XL Trend

Blicken wir zunächst auf den Südwesten am Beispiel Karlsruhe. Montag und Dienstag ist es noch recht einheitlich nach allen Modellen (Linien) sehr heiß, bevor ab Mittwoch die Unsicherheiten zunehmen. Man muss hier aber auch sagen, dass die beiden großen und führenden Wettermodelle ECMWF und GFS (grün und blau) es weiterhin heiß lassen mit um 30 Grad oder sogar drüber. Also nach jetzigem Stand sollte man sich hier keine so großen Hoffnungen machen, vorausgesetzt man hat die Nase voll von Hitze.

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Etwas anders sieht es für die Nordlichter aus. Wir sehen am Beispiel Hamburg, dass es ab Dienstag bereits größere Unsicherheiten gibt (wahrscheinlich nochmal heiß) und dann ab Mittwoch doch ein Abwärtstrend erkennbar ist. Es könnte zumindest auf Werte um oder sogar etwas unter 25 Grad gehen. Immerhin. Richtig kaltes Wetter ist aber auch hier nicht in Sicht.

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Ensembles – Vergleich von 50 Berechnungen

Oben im XL Trend haben wir verschiedene Berechnungen der Wettermodelle gesehen. Das schon erwähnte ECMWF Modell rechnet neben dem sogenannten Hauptlauf (blaue Linie oben, rote Linie unten im Diagramm) noch 50 weitere Lösungen. Diese werden mit leicht veränderten Anfangsbedingungen gestartet und wir bekommen für jeden Ort ein Diagramm mit 50 Berechnungen. Damit können wir Trends und Unsicherheiten abschätzen. Schauen wir uns den Donnerstag am Beispiel Hamburg unten genauer an, dann sehen wir einen Mittelwert aller 50 Berechnungen von rund 25 Grad, aber auch ein paar extreme Berechnungen sowohl nach oben als auch nach unten. Die kälteste Lösung sieht nur 16,1 Grad, die heißeste 34,7 Grad. Also, 100% eingetütet ist da noch nichts, auch wenn das Mittel bei angenehmen 25 Grad liegt.

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Niederschläge – weiter nur örtliche Schauer und Gewitter

Selbst wenn es im Norden nicht mehr heiß werden sollte, sind die berechneten Niederschlagssignale eher dürftig. Es kann zwar zu Schauern und Gewittern kommen, aber die großen flächigen Regenfälle mit vielen nassen Tagen sind da eher nicht in Sicht. Hier gibt es die aktuell berechneten Summen aus dem ECMWF.

 



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