Enorme Regen- und Schneemengen im Südosten Grönlands!

Im Südosten Grönlands werden in den kommenden Tagen enorme Niederschlagsmengen erwartet. Das globale deutsche Wettermodell rechnet bis Freitagabend an der Südostküste mit Niederschlagsmengen von teilweise 200 bis 400 Litern pro Quadratmeter! Das kann man in der zu erwartenden Niederschlagssummenkarte bis Freitag anhand der Legende ablesen:

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Schuld an diesen enormen Mengen ist ein Tief vor der Südküste Grönlands. Dieses Tief ist der Ex-Hurrikan „Nicole“ und bleibt ziemlich ortsfest bis zum Wochenende dort liegen und sorgt zudem dafür, dass mit stetig starkem Südostwind angewärmte Meeresluft auf die Südostküste Grönlands trifft. Per se hat Ex-Nicole schon sehr viel Feuchtigkeit mit im Gepäck, was zusätzlich für die enormen Niederschlagsmengen sorgt:

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Schauen wir uns das alles mal genauer an, wie solch enormen Mengen zustande kommen. Zum Einen liegt das Tief wie bereits erwähnt über mehrere Tage nahezu Ortsfest vor der Südspitze Grönlands. Zum Anderen wird angewärmte Meeresluft von Südosten nach Grönland transportiert, denn das Meer hat südlich von Island und Grönland noch 8 bis 12 Grad, wie man anhand der nächsten Karte sehen kann:

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Die Strömung kommt somit stramm und meist konstant aus Südost und bringt viel Feuchtigkeit an die Südostküste. Hier wird die Luft zum Aufsteigen gezwungen, denn Grönland ist dort nicht einfach eine platte Insel, sondern es geht knapp hinter der Küste rasch auf 2000, teilweise sogar auf 3000 Meter drauf. Die sehr feuchte Luft wird hier zum Aufsteigen gezwungen.

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Doch damit nicht genug. Diese angewärmte Meeresluft muss stark runter gekühlt werden, denn sie trifft hier auf eisig kalte Luft und kann bei weitem nicht mehr so viel Wasserdampf halten. Daher regnet und schneit es direkt im Küstenumfeld im Südosten Grönlands kräftig und lang andauernd.

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Dabei fällt aber nur unmittelbar an der Küste Regen, sobald man ein paar Kilometer ins Land rein kommt und dementsprechend auch höher kommt, so kommt hier alles als Schnee runter, wie auch unsere Modellkarten zeigen. Es sind also nur direkt an der Küste enorme Regenmengen möglich, alles andere wird meist Schnee sein und die Schneedecke kann hier bis Freitagabend stellenweise um gute 2 Meter anwachsen! Natürlich wird durch den stürmischen Wind aber auch viel Schnee einfach vom Winde verweht.

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