
Faszinierend: „Asperitas“ am Kap Arkona
Der morgendliche Himmel über dem Kap Arkona an der Nordspitze von Rügen bot am 1. August 2026 ein faszinierendes Naturschauspiel. Beobachter am Kap konnten eine seltene und beeindruckende Wolkenformation bestaunen, die den Himmel in eine dramatische, wellenförmige Struktur verwandelte: die sogenannten Asperitas-Wolken. Sie treten an Stratocumulus oder Altocumulus-Wolken auf.

Was sind „Asperitas“-Wolken?

Die Bezeichnung „asperitas“ leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „Rauheit“ oder „Unebenheit“. Diese Wolken zeichnen sich durch ihre chaotisch wirkende, wellenförmige Unterseite aus, die an eine aufgewühlte Meeresoberfläche erinnert, die man von unten betrachtet. Obwohl ihr Anblick oft bedrohlich wirkt – beinahe wie das herannahende Ende eines Unwetters – sind sie in der Regel harmlos und lösen sich meist auf, ohne dass es zu schwereren Wetterereignissen kommt.
Die Entstehung dieser Formation ist noch immer Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Man vermutet jedoch, dass starke atmosphärische Wellenbewegungen – etwa ausgelöst durch weit entfernte Schauerzellen oder Gewitter – die Wolkenunterseite plastisch verformen, selbst wenn in der direkten Umgebung am Boden nur geringe Windgeschwindigkeiten herrschen.
Eine junge Entdeckung im Wolkenatlas
Asperitas ist ein Neuling in der offiziellen Meteorologie. Erst im Jahr 2017 wurden sie von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) offiziell als eigene Sonderform in den Internationalen Wolkenatlas aufgenommen. Lange Zeit wurden diese Formationen oft fälschlicherweise anderen Wolkentypen zugeordnet, bis die Kombination aus moderner Fotografie und intensiver Beobachtung durch Wolkenliebhaber dazu führte, dass die meteorologische Gemeinschaft diesen spektakulären Himmelstyp offiziell anerkannte.
Das „Echo“ eines Gewitters

Die Beobachtung am Kap Arkona an diesem Augustmorgen ist ein perfektes Beispiel für die atmosphärische Vernetzung: Während an der Wetterstation am Kap nur schwacher nördlicher Wind gemessen wurde, sorgten über Usedom auf die Ostsee herausziehende Gewitterzellen für die nötigen Impulse. Diese Impulse breiteten sich als Schwerewellen in der Atmosphäre aus und hinterließen ihre wellenförmige Signatur in der Wolkendecke über Rügen. Ein beeindruckender Moment für alle Wetterbegeisterten, der daran erinnert, wie lebendig und dynamisch unsere Atmosphäre selbst in Phasen der Wetterberuhigung unter Hochdruckeinfluss bleibt.












