Rückblick auf den Winter 2016/17

Auf dem Kalender endet der Winter 2016/17 erst am 20. März, für die Statistik ist er aber bereits zu Ende. Denn in ganzen Monaten rechnet es sich einfacher. Der zurückliegende Winter entsprach bei den Temperaturen in etwa dem Mittel der Jahre 1981 bis 2010. Er war zum Teil deutlich trockener als im Mittel, im Dezember fiel besonders im Südwesten fast gar kein Niederschlag. Dafür schien die Sonne deutlich häufiger als sonst.

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Die Verteilung der Niederschläge war sehr unterschiedlich. Während im Norden die langjährigen Mittelwerte oft erreicht wurden, fiel in der Mitte und im Süden verbreitet deutlich weniger Regen als im Mittel. Auch beim Sonnenschein ergab sich eine ähnliche Verteilung mit wenig Sonnenschein im äußersten Norden und sehr viele Sonnenstunden nach Süden hin.

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Die Regensummen im Februar in Deutschland, für Details bitte in die Bundesländer und Kreise/Städte zoomen. Vor allem im Nordwesten und Westen sowie ganz im Süden kam einiges an Niederschlag zusammen. Dagegen fielen vom Rhein-Main-Gebiet bis nach Thüringen gebietsweise weniger als 10 Liter auf den Quadratmeter.

Einige Hitlisten aus dem Winter 2016/17. Angegeben sind jeweils die Orte mit dem Messwert:

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Im Dezember fiel vor allem im Südwesten fast gar kein Regen und die Pegelstände zahlreiche Flüsse und Stauseen sanken deutlich ab. Ende des Monats erreichte der Rhein an einigen Flussabschnitten sogar neue Rekorde für die Jahreszeit. Sonst werden die Tiefststände schon im Herbst erreicht. Der Monat war wegen der anhaltenden Hochdruckwetterlagen mit Nebel und Hochnebel in den Tälern nur im Bergland sonniger als sonst, während es in tiefen Lagen trüber war. Die Zugspitze meldete im Dezember insgesamt 198,7 Stunden Sonne, im langjährigen Mittel sind es 118 Stunden. Damit war der Dezember auf der Zugspitze sonniger als alle anderen Monate im Jahr 2016. Mehr Sonnenstunden gab es hier in einem Dezember zuletzt im Jahr 1972 mit 200,1 Stunden. Es war auf der Zugspitze außerdem der sonnigste Monat seit dem Juli 2015. Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden im Dezember 2016 insgesamt 169 Sonnenstunden registriert, im Mittel sind es hier nur 76 Stunden. Die Berge waren nicht nur sehr sonnig, sondern auch mild. Der Feldberg meldete nach 2015 den zweitwärmsten Dezember seit Aufzeichnungsbeginn, die Zugspitze den drittwärmsten. Außergewöhnlich zeigt sich im Dezember auch der Luftdruck. Mehrfach lagen kräftige Hochdruckgebiete über Deutschland, kurz nach Weihnachten fielen im Westen und Südwesten sogar Luftdruckrekorde. Die Karte zeigt die Luftdruckwerte in der Nacht zum 28. Dezember mit Luftdruckwerten bis über 1047 Hektopascal. Auch im Monatsmittel wurden einige Rekorde aufgestellt.

Der Januar 2017 hebt sich besonders durch eine lang andauernde Kältephase hervor, die vor allem Süddeutschland fast durchgehend im Griff hatte. Vergleicht man Norddeutschland mit dem Süden, zeigen sich aber doch deutliche Unterschiede, denn im Norden war es bei weitem nicht so eisig. Hier war teilweise sogar kaum etwas vom insgesamt sehr winterlichen Monat zu spüren, dies insbesondere an der Nordsee und im nördlichen Schleswig-Holstein. Am 03. Januar brachte das Sturmtief ALEX Sturmfluten an Nord- und Ostsee. Besonders kalt war es in der Nacht zum 07. Januar 2017 in Süddeutschland mit -26,3 Grad in Reit im Winkl:

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Nach dem Durchzug von Sturm- und Orkantief EGON lag in weiten Landesteilen Schnee, vor allem in den Mittelgebirgen gab es eine satte Schneedecke und beste Wintersportbedingungen. Im Folgenden die Schneehöhen vom 15.01.2017.

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EGON sorgte besonders in einem Streifen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über den Norden von Baden-Württemberg und Teile Hessens bis nach Franken für schweren Sturm! Dabei kam es zu orkanartigen Böen bis in tiefe Lagen, örtlich sogar zu Orkanböen und auf den Bergen verbreitet zu schweren Orkanböen bis 150 km/h. –> maximale Windböen EGON

Zum Ende des Monats rückte dann von Westen mildere Luft an, die sich aber nur sehr schwer gegen die Kälte im Süden und Osten durchsetzen konnte. Hier kam es noch einmal zu Schnee und teilweise starkem Glatteis auf den tief gefrorenen Böden. In den westlichen und südwestlichen Mittelgebirgen setze Tauwetter bis in die Hochlagen ein. Insgesamt überwog auch im Januar hoher Luftdruck.

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Schnee am 11. Februar bei Wuppertal im Bergischen Land, aufgenommen von Achim Otto

Im Februar wich der hohe Luftdruck nur langsam, ab Monatsmitte stellte sich aber eine Westwetterlage ein. Tiefdruckgebiete zogen vom Atlantik heran und brachte zeitweise auch windiges und sehr mildes Wetter. Das Randtief „Thomas“ überquerte als so genannter Schnellläufer am 23. Februar Deutschland von West nach Ost und brachte in einigen Landesteilen teils orkanartige Böen mit entsprechenden Schäden. Vor allem in NRW gab es Behinderungen im Zugverkehr. Gleichzeitig wehte in den Süden sehr warme Luft und örtlich wurden neue Februarrekorde aufgestellt. In Rosenheim wurden mit Föhnunterstützung 21,5 Grad gemessen.

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Erste Frühlingsboten in Wuppertal, aufgenommen am 24.02. von Achim Otto

 


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2 Kommentare

  1. Ingo 1. März 2017
    • Thomas Sävert 1. März 2017

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