Warum ist es in sternenklaren Nächten kälter als in bewölkter Nacht?

Fast jeder wird schon öfter festgestellt haben, dass es nachts besonders kalt wird, wenn der Himmel sich sternenklar zeigt. Liegen über uns dichte Wolken, bleibt es oft deutlich milder. Warum ist das so?

Kurz gesagt: Die Wolken wärmen wie eine Decke, die über uns liegt und verhindern eine starke Auskühlung. Dies hat mit der Gegenstrahlung zu tun, denn dem Erdboden, der in etwa die Temperatur der Luft hat, stehen die „strahlenden“ Wolken gegenüber. Die Strahlungsbilanz ist damit ungefähr ausgeglichen und es kühlt sich nur wenig oder manchmal auch gar nicht ab.

Ist der Himmel nachts klar, kann die gespeicherte Wärme vom Erdboden ungehindert ausstrahlen und es wird schnell kalt. Die Kaltluft sammelt sich in den sogenannten „Strahlungsnächten“ besonders in Tälern, Mulden und Senken, da sie hier von den umgebenden Hängen hinabfließt. So gibt es besonders in jedem Mittelgebirge gewisse Orte, an denen es besonders kalt wird, deutlich kälter als auf den umliegenden Bergen. In größeren Städten und Ballungsräumen bleibt es milder als in der Umgebung, da hier durch zahlreiche Straßen und Gebäude die Wärme besser gespeichert werden kann.

Die Temperaturunterschiede sehen wir auch an den Tiefstwerten der Nacht zum 12.11.2015. In Süddeutschland war die Nacht meist sternenklar und in tiefen Lagen, beziehungsweise in den Tälern kühlte es bei wenig Wind stark ab auf bis zu -3 Grad. Im übrigen Land „wärmte“ eine dichte Wolkendecke und es blieb deutlich milder.

tiefstwerte_kachelmannwetter

Für eine besonders kalte Nacht benötigen wir:schnee_nacht

  • sternenklaren Himmel
  • wenig Wind oder noch besser Windstille, damit sich bodennah Kaltluft sammeln kann
  • trockene Luft
  • eine (frische) Schneedecke

In der Regel treten die kältesten Nächte unter Hochdruckeinfluss auf, da zumindest die ersten 3 Punkte hier häufig zutreffen. Über einer Schneedecke kühlt es sich besonders stark ab. Hier treten im Winter oft strenge Fröste unter -10 Grad auf, bei idealen Bedingungen auch unter -20 Grad. Der Grund ist, dass die Schneedecke den Erdboden sozusagen versiegelt und eine Wärmeabgabe aus dem Boden an die darüberliegende Luft verhindert. Zudem kühlt Schnee selbst in klaren Nächten deutlich schneller ab.

 


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