Großwetterlagen: Die antizyklonale Westlage (WA)

29 verschiedene Großwetterlagen gibt es bei uns in Europa. Wir wollen hier nach und nach jede Großwetterlage erklären und mit Grafiken veranschaulichen, wo sich Hoch- und Tiefdruckgebiete befinden.

Doch zunächst einmal: Was ist antizyklonal oder zyklonal?

Antizyklonal bezeichnet in der Meteorologie  einen Dreh- bzw. Krümmungssinn, der der Rotationsrichtung der Erde um ihre Achse entgegengesetzt ist. Man nennt daher rechts gerichtete Rotationen, d.h. im Uhrzeigersinn, antizyklonal. Da Hochdruckgebiete sich auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn drehen, nennt man sie auch Antizyklonen.

Zyklonale Rotation besitzt den gleichen Drehsinn wie die Erde bei der Rotation um ihre Achse. Daher nennt man linksgerichtete Rotationen, d.h. gegen den Uhrzeigersinn, zyklonale Rotation. Da Tiefdruckgebiete sich auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen, nennt man sie auch Zyklone.

Hier beschäftigen wir uns nun mit der antizyklonalen Westlage (Abkürzung und im Text auch WA genannt)

Die WA kommt am häufigsten im August vor und ist im April selten anzutreffen, dennoch kann es natürlich auch in den anderen Monaten des Jahres zu einer antizyklonalen Westlage kommen.

Ausgehend für diese Wetterlage ist ein Hochdruckgebiet, welches von den Azoren über die Biscaya bis nach Süddeutschland und teilweise auch noch bis nach Tschechien reicht. Demgegenüber steht ein steuerndes Tief bei Island, welches an seiner Südseite vom Seegebiet bei Irland über die Nordsee bis ins Baltikum kleine Randtiefs mit Tiefausläufern schickt. Die vorherrschende Windrichtung ist in Deutschland dabei Südwest bis West. (Siehe folgende Frontenkarte)

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Je nach Jahreszeit hat diese Wetterlage unterschiedlichen Einfluss auf die Temperaturen. Während es zum Winter eher mild bis sehr mild in Mitteleuropa ist, so ist es im Sommer in der Nordhälfte Deutschlands eher kühl und wechselhaft, während es zu den Alpen und in den Alpen selbst meist bestes uns sehr warmes Sommerwetter gibt. Anbei eine Beispielkarte für Mitte November 2015, die eine sehr milde Witterungsphase brachte:

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Der Süden Deutschlands und der Alpenraum wird dabei überwiegend trockenes und häufig auch sonniges Wetter haben. Im Norden Deutschlands, vorzugsweise nördlich der Mittelgebirge und besonders zu den Küsten hin, wird es aber vielfach stark bewölkt sein mit der antizyklonalen Westlage und es schleifen auch immer wieder schwache Regenfronten über den Norden hinweg. Zudem kann es zeitweise bei Durchzug kleiner Randtiefs vor allem an den Küsten auch recht stürmisch werden, ebenso auf den Mittelgebirgsgipfeln, da der Wind in der Höhe in solch einer WA Lage recht stramm unterwegs ist.

Die Niederschläge beschränken sich hauptsächlich auf die Gebiete von Irland über Schottland und Nordengland bis nach Südskandinavien, Dänemark und weiter bis zum Baltikum und nach Weißrussland. Dies wird deutlich an der Niederschlagssummenkarte der nächsten drei Tage, ausgehend vom Mittwoch, den 11.11.15. Trocken ist es von Südfrankreich bis zu den Alpenländern und nach Süddeutschland:

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Die antizyklonale Westlage kann einige Zeit andauern und manchmal sich sehr hartnäckig halten. Die wird vorübergehend mal durch eine zyklonale Westlage unterbrochen, in der schwache Fronten bis zu den Alpen vordringen können. Meist stellt sich nachfolgend durch die Ausbreitung des Azorenhochkeils dann aber wieder die antizyklonale Westlage ein.

Glückauf aus Bochum

(Kartenquelle Titelbild: Frontenkarte www.dwd.de)


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