16./17. Februar 1962: Schwere Sturmflut in Hamburg

Die folgenreichste Sturmflut des 20. Jahrhunderts in Deutschland ereignete sich in der Nacht vom 16. zum 17. Februar 1962. Damals wurden in Hamburg nach zahlreichen Deichbrüchen ganze Stadtteile überschwemmt und 315 Menschen kamen ums Leben. In einer dramatischen Rettungsaktion wurden Zehntausende Menschen mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Im Januar 1976 stieg das Wasser zwar deutlich höher, aber durch umfangreiche Schutzbauten waren die Auswirkungen nicht so schlimm wie 1962.

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Die Karte zeigt die Spitzenböen am 16. Februar 1962 mit verbreiteten Orkanböen im Norden und Nordwesten Deutschlands. In unserem Klima-Archiv kann man sich die Wetterdaten für alle möglichen Ereignisse in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland ansehen. Dort sieht man auch, dass es bereits wenige Tage zuvor einen schweren Sturm in Deutschland gab, dazu die Spitzenböen am 12.02.1962.

Auslöser für den Sturm Mitte Februar 1962 war das Orkantief „Vincinette“, das vom Seegebiet südlich Islands rasch nach Skandinavien und weiter zum Baltikum zog. Am späten Nachmittag des 16.02. überquerte die Kaltfront des Orkantiefs mit zahlreichen Gewittern den Norden Deutschlands. Der Wind wehte an der Südseite des Tiefs zunächst aus westlichen Richtungen und drehte auf der Rückseite des abziehenden Orkantiefs auf Nordwest. Damit wurde das Wasser zum Sturmhöhepunkt genau in die Elbmündung und in Hamburg gegen die Deiche gedrückt. Hier gab es unzählige Deichbrüche. Besonders betroffen ist der Stadtteil Wilhelmsburg im Süden der Stadt.

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Bekannt wurden später Bilder von Hubschraubern, mit denen Zehntausende Menschen aus den Fluten und vor allem von den Dächern gerettet wurden. Eine wichtige Rolle bei dieser Rettungsaktion spielte der damalige Hamburger Innensenator Helmut Schmidt. Es gab zwar am Abend des 16.02. Warnungen vor einer sehr schweren Sturmflut an der deutschen Nordseeküste, aber nicht explizit für Hamburg.

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Entlang der Elbe und seinen Nebenflüssen wurden damals auch viele andere Regionen überflutet. Daran erinnern heute noch zahlreiche Denkmäler und Sturmflutmarken wie diese Gedenktafel in Münsterdorf bei Itzehoe.

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Das Orkantief war mit verbreiteten Regenfällen verbunden. Wie die Karte mit den 24stündigen Regensummen am 16.02.1962 zeigt, kamen vor allem in den Mittelgebirgen örtlich mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Für Details einfach die Karte aufrufen und in die Länder und Kreise zoomen.


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