Vorerst kein starker El Niño erwartet

Der tropische Pazifik macht immer wieder weltweit Schlagzeilen, wenn sich das Warmwasserphänomen El Niño einstellt. Vom Winter 2014/15 bis ins Frühjahr 2016 stellte sich ein starkes El Niño-Ereignis ein. Das deutlich wärmere Wasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik hatte weitreichende Folgen auf das Wettergeschehen in vielen Regionen der Erde und auch ökologische Folgen vor allem an der Westküste Südamerikas. Im Frühsommer 2016 war El Niño Geschichte und schlug direkt in das Gegenteil um, auch La Niña genannt: Das Wasser im tropischen Ostpazifik kühlte sich deutlich ab, wenn auch nicht so stark, wie es von vielen Forschern erwartet wurde. Im Frühjahr und Frühsommer 2017 schien sich El Niño vorübergehend zurückzumelden, inzwischen herrschen weitgehend neutrale Verhältnisse.

Unter El Niño versteht man ein Phänomen, bei dem sich das Wasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik stark erwärmt. Da sich der Höhepunkt der Erwärmung oft um die Weihnachtszeit einstellte, wird es El Niño (in Südamerika für das Christkind) genannt. Mehr bei uns im Wetterlexikon. Viele Wetterereignisse und Naturkatastrophen wurden in der Vergangenheit auf El Niño zurückgeführt, auch Auswirkungen auf die Tropensturmaktivität auf mehreren Ozeanen wurden beobachtet.

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Die Tabelle des Climate Prediction Centers (CPC) zeigt die Warm- und Kaltereignisse im tropischen Pazifik seit 2004. Dargestellt ist der Oceanic Nino Index (OCI) mit dem Dreimonatsmittel (Beispiel DJF = Dezember, Januar, Februar) der Wassertemperaturen in einem festgelegten Seegebiet im zentralen Pazifik. Nach einem schwachen negativen Ereignis (La Niña) haben sich kurzzeitig wieder positive Werte eingestellt.

Die Grafik des Climate Prediction Centers (CPC) beim US-Wetterdienst zeigt den Verlauf der Oberflächentemperaturen im tropischen Pazifik von Ende April bis Mitte Juli 2017. Die dunkelblauen Farben vor der südamerikanischen Westküste breiten sich etwas aus, die Wassertemperaturen gehen langsam zurück.

Bei den Abweichungen vom langjährigen Mittel erkennt man besonders zum Juli hin vor der südamerikanischen Küste weitgehend neutrale Verhältnisse (Grafik: CPC).

In größeren Tiefen herrschen ebenfalls weitgehend neutrale Verhältnisse (Grafik: CPC).

Wie geht es nun weiter? Die Grafik des CPC/IRI zeigt die Ergebnisse verschiedener Modellrechnungen der Wassertemperaturen im zentralen tropischen Pazifik bis in den Winter 2017/18. Die meisten Modelle erwarten leicht positive Abweichungen, einige Modelle tendieren zu geringfügigen negativen Abweichungen vom langjährigen Mittel.

Die Grafik zeigt die Vorhersagen der Modelle seit dem Herbst 2015 mit den Abweichungen zur Realität (schwarz). Mit zahlreichen Modellen wird versucht, die Wassertemperaturen der kommenden Monate vorherzusagen. Denn sowohl El Niño als auch La Niña haben Auswirkungen auf die Witterung in vielen Teilen der Erde. Auch die Hurrikanaktivität auf dem Atlantik wird durch El Niño erheblich beeinflusst. Während sich auf dem Ostpazifik eher mehr und vor allem stärkere Hurrikane bilden, wird die Aktivität auf dem Nordatlantik durch ungünstige Höhenwinde eher unterdrückt. Bei neutralen Verhältnissen oder während eines schwachen La Niña ist es umgekehrt, für die Sturmbildung auf dem Nordatlantik wehen meist günstige Höhenwinde. Auswirkungen auf das Wetter in Europa konnten bislang noch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Bei neutralen Verhältnissen oder sogar einem La Niña ist es an der Pazifikküste von Ecuador, Peru und Nordchile oft monatelang komplett trocken. Auch die Karte aus dem globalen europäischen Modell mit den erwarteten Regensummen bis zum Mittwoch nächster Woche zeigt direkt an der Küste Perus praktisch keine Niederschläge.

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Weiter südlich werden dagegen sehr große Regenmengen erwartet. Der Süden Chiles liegt in der westlichen Strömung, mit der feuchte Luftmassen gegen die Anden gedrückt werden und sich hier ausregnen.


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5 Kommentare

  1. Markus Eder 13. August 2017
    • Fabian 14. August 2017
  2. Ralf Hummel 6. September 2017
  3. Thorsten.Ziegler 25. Oktober 2017
    • Thomas Sävert 25. Oktober 2017

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