Saharastaub fördert die Wolkenbildung

Viele haben sich auf einen sehr sonnigen Wochenstart eingestellt – die meisten Wettermodelle haben uns das versprochen – die Realität sieht zum Teil anders aus (vor allem im Westen, in der Mitte und im Süden des Landes). Es gibt über weiten Teilen Mitteleuropas dichte Wolken:

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… der Deutschland-Ausschnitt – von Süden her haben sich viele Wolken ausgebreitet. Typisch für diese kompakten mittelhohen und hohen Wolken sind die gerippte Obergrenze der Wolken (sie weisen auf leicht labile Schichtung hin). Das ist ein typisches Zeichen, wenn Staub/Saharasand mit im Spiel ist.

Der Saharastaub bewirkt, dass sich in den höheren Schichten der Troposphäre mehr Kondensationskerne befinden, an denen sich Tropfen bilden können. Dies führt zu starker Wolkenbildung mit recht dichten Wolken. Diese Wolken trüben den Himmel deutlich. Wie genau sich der Saharastaub auf das Wetter bei uns auswirkt, ist noch Gegenstand der Forschung. Messungen über der Sahara haben bereits gezeigt, dass der Staub einen großen Einfluss auf die Strahlungsbilanz hat – mehr Staub in der Atmosphäre lässt weniger Sonnenstrahlung am Boden ankommen.

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Die Entwicklung und Prognose der Staubtrübung kann in unserem ECMWF-Modell gut verfolgt werden. Wir sehen, wie sich ein „Ast“ mit Staubpartikeln vom zentralen Mittelmeer über die Alpen und Ost-Frankreich und weite Teile Deutschlands bis nach Südskandinavien erstreckt. Also nicht wundern, wenn heute teils kompakte Wolken über Ihnen liegen – mit leicht gelblich/bräunlich angehauchter Stimmung.

 

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