Rekord-Hurrikan Patricia – Fakten und Rückblick

Wie erwartet hat sich der Hurrikan kurz nach seinem Auftreffen auf die mexikanische Pazifikküste deutlich abgeschwächt. Der Grund ist, dass Tropische Wirbelstürme ihre Energie aus den warmen Gewässern ziehen und sich somit immer bei Landgang abschwächen. Zuletzt hatte Patricia am frühen Samstagmorgen MESZ noch Mittelwinde von rund 160 km/h, wird aber in den kommenden Stunden nur noch ein Tropensturm, also kein Hurrikan mehr sein. In der kommenden Nacht werden über dem nordwestlichen Mexiko nur noch Mittelwinde um 56 km/h erwartet. Heftige Regenfälle sind weiterhin zu erwarten. Zu sehen ist der Sturm auf unseren Globus-Satellitenbildern.

Stand von Samstag, 14 Uhr MESZ: Patricia hat sich weiter deutlich abgeschwächt und ist nun nur noch ein tropischer Sturm (KEIN Hurrikan mehr). Die Windgeschwindigkeiten liegen noch bei 80 km/h und der Kern-Luftdruck ist weiter angestiegen auf 998 hPa. Patricia zieht nun unter weiterer Abschwächung nach NNO, wird sich morgen an der Südküste Texas aber wieder leicht verstärken.

Dazu ein weiteres Satellitenbild, in dem Sie sehen, dass der Sturm seine klassische Hurrikan-Struktur verloren und kein Auge mehr hat. Kräftige Regenfälle ziehen aber weiterhin vom Pazifik her ins Landesinnere und Ausläufer des Sturms reichen bis nach Texas. Hier findet an diesem Wochenende die Formel 1 statt. Dazu hat Kollege Andreas Neuen ebenfalls etwas im Wetterkanal geschrieben.

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In der folgenden Grafik vom NHC sehen Sie den Verlauf von Patricia. Im roten Bereich herrschten Windgeschwindigkeiten mit Hurrikanstärke.
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Fakten und Rekorde

– Patricia ist der stärkste Hurrikan, der jemals aufgezeichnet wurde. Der Kerndruck sank am Freitag auf bis zu 879 hPa. Der bisherige stärkste Hurrikan war Wilma im Oktober 2005 mit einem Kerndruck von 882 hPa. Der weltweit stärkste Tropensturm war Taifun Tip im Jahr 1979 mit 870 hPa.

– Am Freitag erreichten die maximalen Mittelwinde bis zu 325 km/h. Rekord. Noch nie wurden so heftige Mittelwinde bei Hurricanes beobachtet.

– Innerhalb von nur 24 Stunden sank der Druck um 100 hPa. Damit verstärkte sich der Hurrikan in kurzer Zeit von einem Sturm der Kategorie 1 zu einem Sturm der höchsten Kategorie 5. Eine so rasante und extreme Verstärkung ist schon sehr beachtlich.

– Als der Hurrikan am 23.10.2015 um etwa 18:15 Uhr Ortszeit die Küste bei Cuixmala, etwa 70 km westlich von Manzanillo die Küste erreichte, wurden an einer Wetterstation in der Nähe von Cuixmala kurz vor Auftreffen des Sturmes Mittelwinde von 298 km/h und Windböen bis 340 km/h gemessen! Kurz darauf fiel die Wetterstation aus.

Satellitenbild bei Auftreffen an der mexikanischen Küste

Satellitenbild bei Auftreffen an der mexikanischen Küste

Der Hurrikan sah auf den Satellitenbildern sehr groß aus, es ist aber so, dass die extremen Windgeschwindigkeiten nur in einem vergleichsweise kleinen Radius um das Auge herrschen. Hier ist die Eyewall des Hurrikans zu finden, welche aus extrem hochreichenden Regenwolken besteht und in deren Bereich die stärksten Winde herrschen.

Hurrikan Patricia wird also definitiv in die Geschichte der Tropischen Wirbelstürme eingehen. Die Hurrikansaison geht noch bis Ende November und wird damit bald zu Ende gehen. Allerdings können sich einzelne, durchaus starke Stürme auch außerhalb der Saison bilden.

Wie werden eigentlich die Windgeschwindigkeiten gemessen?

Auf dem offenen Meer befinden sich überlicherweise keine Wetterstationen, sodass natürlich die Frage aufkommt, wie Messwerte vom Sturm erfasst werden. Es ist so, dass die sogenannten „Hurrikan Hunter“ mit Flugzeugen in den Sturm hineinfliegen und mit Messsonden Daten erfassen. Dazu wurde ein Video veröffentlicht, welches einen Flug in Hurrikan Patricia zeigt.

 


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