Orkantief DESMOND/TED: massive Überflutungen und Orkanböen in Großbritannien

Mit dem Tief DESMOND (in Deutschland Sturmtief TED) sind in Großbritannien teilweise katastrophale Zustände eingetreten. Solch ergiebige Mengen sind auch für die Briten eine Seltenheit. Auch in Norwegen fallen seit Tagen extreme Regenmengen, klickt euch mal durch die riesigen Messwerte.

In London ist ein Mann verletzt worden, nachdem eins von mehreren Dächern zusammenbrach und in Einzelteilen auf die Straße fiel. Ein weiterer, 90 Jahre alter Mann kam ums Leben, als ihn eine Böe erfasste und an einen fahrenden Bus schob.

Im nördlichen Wales, in Nordengland und in Teilen Schottlands kämpfen die Menschen unterdessen nicht nur gegen die kräftigen Böen…, (unglaubliche 209 km/h wurden auf den schottischen Cairngorm Mountains in 1245 m Höhe gemessen; hier nicht im Bild sondern im Link)

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…sondern auch gegen ergiebige Regenmengen! Besonders hart traf es die Grafschaft Cumbria in Nordwestengland. Dort wurden bis Samstag früh 24-stündige Regenmengen bis 72,2 Liter gemessen. Der Samstag stellte dies allerdings weit in den Schatten. Sage und schreibe 188 Liter Regen fielen zwischen Samstagmorgen und Sonntagmorgen in Shap, 112 Liter im nahegelegenen Keswick und 137 Liter im walisischen 300-Seelen-Dorf Capel Curig. Hunderte Menschen sind evakuiert worden, die Wassermassen stürzten in ihre Häuser; tausende sind/waren ohne Strom.

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Die Karte zum Ablesen der Orte und Reinzoomen gibts hier.

So sahen die dicken Regenwolken aus 36.000 km Höhe aus – farbig ist nicht das Regenecho, sondern die Wolkentemperatur und damit indirekt die Wolkenhöhe. Schaut mal rein. Kurzum: dickere Regenwolken gibt es kaum. Temperatur von -70°C am Oberrand der Wolken, bis zur Tropopause und sicherlich auch darüber hinaus (>10 km) schossen sie sogar.

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Der Britische nationale Wetterdienst Met Office musste seit Februar 2014 zum ersten Mal wieder die rote Warnstufe vor Überflutungen herausgeben. Eindrücke von den Fluten:

Irre: ein Wasserfall wurde vom Sturm zum „Wassersteig“ umfunktioniert:

 

Das Tief hatte zwischenzeitlich einen Kerndruck unter 950 hPa. Außerdem wehten die Winde in den verschiedenen Höhen alle aus ungefähr derselben Richtung, ganz oben drauf der Jetstream. Das ist ja nicht immer der Fall, und mit der Lage im Atlantik ist die Angriffsfläche sehr groß, es gibt kaum Bremsung des Windes durch Reibung am Boden.

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In Deutschland sorgt dieses Tief gerade für diese milde und feuchte Luftmassenzufuhr und die Sturmböen an den Küsten.


 

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Quelle Titelbild / Source Cover Photo: http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/uk-weather-storm-desmond-flood-6961152

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