Zwei starke Taifune über dem Chinesischen Meer bedrohen Land – TALIM und DOKSURI

Derzeit sind zwei starke Taifune über dem Chinesischen Meer unterwegs. Es handelt sich zum einen um Taifun TALIM und zum anderen um den Taifun DOKSURI. Beide bedrohen in den kommenden Tagen Land und können große Zerstörungen anrichten. Meist finden Taifune leider deutlich weniger Beachtung in den europäischen Medien, wie Hurrikans über dem Atlantik und in der Karibik. Dabei handelt es sich bei Taifunen um das gleiche Wetterphänomen: Es sind tropische Sturmsysteme – heißen nur anders. Rebekka hat das hier mal schön erklärt. Sie können natürlich dort, gerade oft auch in sehr armen Ländern, erhebliche Verwüstungen anrichten. Zudem laufen dort in der Regel nicht so große Evakuierungen, wie beispielsweise in Florida, sodass die Opferzahlen oft deutlich höher sind.

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Info: Wie ist ein Taifun aufgebaut?

Kurz im Folgenden noch wichtige Infos zum Hurrikan:

  • Taifune rasen nicht! Sie kommen nur mit rund 22 km/h (TALIM) und 12 km/h (DOKSURI) voran
  • Im Auge ist es teils windstill, einzelne heftige Böen können aber auch ins Auge durchgreifen
  • In der sogenannten Eyewall herrschen die extremsten Windgeschwindigkeiten
  • Die Eyewall liegt direkt mit sehr hochreichenden Wolken um das Auge herum
  • Weiter abseits der Eyewall vom Auge hinweg nimmt der extreme Wind immer weiter ab

Taifun TALIM

Schauen wir uns zunächst den Verlauf von Taifun TALIM an, der sich im Satellitenbild recht eindrucksvoll mit seinem Auge über dem Ostchinesischen Meer präsentiert. Da hier nicht wie bei Hurrikans die von den USA durchgeführten Aufklärungsflüge in den Sturm erfolgen, ist die Einordnung der exakten Stärke nicht ganz einfach. Das JTWC (Joint Typhoon Warning Center) stuft TALIM derzeit (Stand Donnerstagmorgen) mit Mittelwinden von 212 km/h und maximalen Windböen von rund 260 km/h ein! –> zum aktuellen Satellitenbild

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TALIM gefährdet Teile von Japan

Ab Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag (MESZ) wird TALIM dann nach allen Modellprognosen auf Japan treffen, genauer gesagt auf die drittgrößte und zweitbevölkerungsreichste Hauptinsel Japans Kyūshū. Es sieht hier insgesamt für die Region nach ähnlichen Auswirkungen aus, die auch Florida durch Hurrikan IRMA erleben musste.  Nach den Modellberechnungen erreichen die Windböen dann immer noch weit über 200 km/h, an den Küsten sind auch über 250 km/h möglich!

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Die verschiedenen Berechnungen des ECMWF Modells (Ensemble) zeigen in unseren Storm-Tracks recht einheitlich die Zugbahn auf die südliche Halbinsel Japans zu.

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Hinzu kommt neben der enormen und teils meterhohen Sturmflut die heftigen Regenfälle. Innerhalb von 24 Stunden können flächendeckend 150 bis örtlich über 300 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Hochwasser, Erdrutsche und enorme Überschwemmungen wären die Folge.

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Taifun DOKSURI

Der Taifun DOKSURI liegt südlich von TALIM über dem Südchinesischen Meer. Er wird vom JTWC derzeit mit Mittelwinden von rund 120 km/h und Windböen um 150 km/h eingestuft. Das Satellitenbild zeigt jedoch schon deutliche und starke Konvektion um das Auge und er soll und wird sich ziemlich sicher noch verstärken. Dabei können bis Freitag maximale Windböen um das Auge herum von rund 200 km/h erreicht werden. –> zum aktuellen Satellitenbild

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Am Freitag wird der Taifun dann, nachdem er südlich von Hainan durchgezogen ist,  in Vietnam an Land gehen und hunderttausende Menschen sind von den schlimmen Auswirkungen bedroht. Bei Landgang können dann wie oben erwähnt noch maximale Windgeschwindigkeiten um 200 km/h erreicht werden.

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Die Storm-Tracks zeigen die Zugbahn recht eindeutig. Das Auge wird irgendwo im Bereich zwischen den Städten Vinh (~490.000 Einwohner) und Đồng Hới (~160.000 Einwohner) an Land gehen.

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Neben dem zerstörerischen Wind muss natürlich auch hier an den Küsten mit einer enormen Sturmflut gerechnet werden, die das Wasser weit ins Landesinnere treiben kann und schwere Überflutungen bringt. Hinzu kommen extreme Regenfälle. Das ECMWF rechnet mit stellenweise über 500 Liter Regen pro Quadratmeter bis zum Samstag – fast die Jahresmenge von Berlin in 1 bis 2 Tagen. Es muss hier großflächig mit Hochwasser und schlimmen Überflutungen gerechnet werden, auch Erdrutsche sind in dem hügeligen Gelände wahrscheinlich.

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2 Kommentare

  1. Seekuh 14. September 2017
    • Clemens Grohs 15. September 2017

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