Unwetter-Extra: Am Sonntag kräftige Gewitter

Am Sonntag wird im Bereich einer Luftmassengrenze feuchtwarme Luft aus Südosten heranwehen, während im äußersten Westen und Südwesten kühlere Luft nach Deutschland hereindrückt. Dabei werden sich auf der warmen Seite der Luftmassengrenze teils kräftige Gewitter bilden. Örtlich sind dabei Unwetter durch heftigen Starkregen, Hagelschlag und Gewitterböen zu erwarten.

Erste Gewitter am Samstag und in der Nacht zum Sonntag

Bereits am heutigen Samstag sind bevorzugt über den östlichen Mittelgebirgen und in den Alpen erste Gewitter zu erwarten, in der kommenden Nacht mit einer ersten „Störung“ dann im Südwesten. In Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz werden schon erste Gewittersignale in der Nacht berechnet. Dies soll hier nicht tiefgründiger betrachtet werden, schauen Sie einfach die Prognosen hier und verfolgen das Radar und Stormtracking.

Unwetter-Extra – zusätzliche Infos in Schrift und Bild weiter unten

 

Feuchtwarme Gewitterluft und Konvergenz

Was sehen wir unten auf der Karte? Die roten Pfeile zeigen eine Zone mit feuchter und warmer Luft (hier in der Höhe), die aus Südosten heranweht. Die schwarzen Pfeile zeigen die bodennahe Strömung, welche im Osten mit trockener und ebenfalls warmer Luft aus östlichen Richtungen kommt, nach Westen und Südwesten hin mit kälterer und feuchter Luft aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen. Dies ist im Grunde der Auslöser der Gewitterlage: Feuchtwarme Luft + Zusammenströmen. Strömt der Wind aus unterschiedlichen Richtungen zusammen, nennt man das Konvergenz.

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Blicken wir nun auf den Parameter CAPE aus zwei verschiedenen hoch aufgelösten Wettermodellen. Hier wird im Grunde noch einmal deutlich, wo die labile und feuchtwarme Luft vorhanden sein wird. Die Karte zeigt nicht, wo es zwingend zu Gewittern kommt, denn diese brauchen auch noch einen Auslöser. Sie zeigt, wo die Luft potenziell bereit ist für Gewitter (gelb bis rot) und wo nicht (grün). Dabei sehen wir zum einen die kältere und stabile Luft ganz im Westen und Südwesten, zum anderen die trockene und stabile Luft im Osten. Dazwischen eben der Bereich, in dem es bezüglich Gewitter interessant wird. Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme aus der aktuellen Berechnung, während ich diesen Beitrag geschrieben habe. Aktuelle Karten:

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Vergleich signifikantes Wetter

Um die Schwerpunkte etwas besser einzugrenzen, ist es immer hilfreich das signifikante Wetter der verschiedenen und besonders der hoch aufgelösten Wettermodelle zu vergleichen. Unten sehen wir einfach als Beispiel einen Vergleich für Sonntag um 20 Uhr. Rosa werden dort Gewittersignale dargestellt und wir sehen, dass es natürlich bei den berechneten Gewittern Unterschiede gibt. Es lassen sich nur Regionen eingrenzen, wo der Schwerpunkt wohl liegen wird. Ob es nun in Dortmund ein Gewitter gibt oder nicht, lässt sich nicht sagen. Alle Termine und alle Modelle können sie hier vergleichen – mehrmals täglich neu berechnet:

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Starkregen, Hagel und örtlich schwere Sturmböen

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Gewitter immer nur örtlich – wo exakt was passiert weiß niemand vorher

Auch wenn wir es schon viel zu oft hier erwähnt haben – es ist mir irgendwie wichtig es noch einmal zu beschreiben: Gewitter werden auch in den betroffenen Regionen immer nur örtlich begrenzt auftreten. Es wird bei vielen nichts schlimmes passieren – bei wenigen wird es Unwetter mit Schäden geben. Nur als Beispiel die Niederschlagssummenkarte aus Hamburg vom vergangenen Donnerstag. Sie sehen, dass es im Osten mehr als eine Monatsmenge durch Gewitter in kurzer Zeit gab, im Westen es praktisch trocken geblieben ist. Man konnte vorher nur sagen, dass Hamburg im gefährdeten Bereich liegt, aber nicht morgens oder am Vortag, ob der Westen oder Osten ein schlimmes Unwetter erlebt.

Gewittervorhersage funktioniert so: Im Vorfeld werden mit Vorhersagekarten Region bestmöglich eingegrenzt, wo etwas passieren kann und wo nicht. Das ist was wir hier in diesem Beitrag machen und was weltweit genau so funktioniert. Es ist völlig sinnlos zu fragen, sollte ihr Ort innerhalb des betroffenen Bereiches liegen, ob es ein Gewitter gibt oder nicht. Das kann niemand sicher beantworten. Deswegen sind auch Punkt- bzw. Ortsvorhersagen aus Apps völlig sinnlos. Sie können mehr dazu hier erfahren.

Am Tag der Gewitterlage verfolgen Meteorologen dann ständig das Radar und schauen, wo sich die Gewitter bilden. Das kann jeder und nicht nur ein Meteorologe. Bilden sich die ersten Gewitter, lässt sich die Zugbahn abschätzen und man kann Orte genaue warnen. Das alles zeigen wir bei uns, sodass jeder selbst das tun kann, was Meteorologen an einem Gewittertag machen:

 



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7 Kommentare

  1. Bernd 12. Mai 2018
    • Fabian 12. Mai 2018
  2. Hans 12. Mai 2018
    • Fabian 12. Mai 2018
      • Hans 12. Mai 2018
  3. Luka 12. Mai 2018
  4. Thomas Leis 12. Mai 2018

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