HERMINE – erster Hurrikan seit 11 Jahren trifft in Florida auf Land

Update Donnerstag, 21:25 Uhr: Hermine hat sich nun offiziell zu einem Hurrikan verstärkt mit maximalen hurricane-herminemittleren Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h, einem Kerndruck von aktuell 988 hPa. Mittlerweile hat sich sogar ein richtiges Auge gebildet (siehe aktuelles Satellitenbild rechts) Hermine bewegt sich momentan mit 22 km/h nach Nordosten. Der Hurrikan rast also nicht, sondern bewegt sich langsamer als ein Auto in der 30er-Zone. –>Globus-Satellitenbild

 

Im Golf von Mexiko hat sich der Tropensturm HERMINE gebildet und liegt momentan vor der Küste Floridas. Die nördliche Golfküste Floridas liegt bereits unter eine Hurrikan- bzw. Tropensturmwarnung, d.h. es muss mit lebensbedrohlichem Wellengang und Überflutungen gerechnet werden. Es ist die erste Hurrikan-Warnung für Florida seit 4 Jahren. In den letzten 24 Stunden hat sich der Tropensturm wesentlich besser organisiert und mittlerweile sogar auch ein erkennbares Zentrum ausgebildet. Auf dem Satelliten- und Radarbild von Donnerstagvormittag (Ortszeit) sieht man, dass Hermine die Golfküste mit ihren Wolken und erstem Regen schon erreicht hat. Man kann den Tropensturm übrigens auch auf unseren Globus-Satellitenbildern verfolgen, sowohl im HD-Bild für tagsüber als auch im nature-Bild für Tag und Nacht.

TS-Hermine       radar

Der erste Hurrikan-Landfall seit 11 Jahren für Florida 

Momentan dreht sich der Tropensturm noch mehr oder weniger auf der Stelle, intensiviert sich aber weiter und bewegt sich über den heutigen Tag hinweg dann schließlich ganz langsam in Richtung Nordflorida. Der landfall (der Zeitpunkt, in dem der Tropensturm mit seinem Zentrum auf Land trifft) wird für kommende Nacht Freitag 1 Uhr Ortszeit (= Freitag 7 Uhr MESZ) erwartet. Bis dahin wird sich Hermine wohl durchaus noch zu einem Hurrikan der Stärke 1 entwickeln. Allerdings ist der Unterschied zwischen einem Tropensturm und Hurrikan der Stärke 1 minimal, wenn es um die Auswirkungen geht. Hermine wird in jedem Fall an der Küste und im Inland sehr viel Regen mit Überflutungsgefahr bringen. An der nördlichen Golfküste besteht zudem Sturmgefahr mit Windböen von mindestens 120 km/h!  Auch Gewitter und einzelne Tornados können eingelagert sein. Sollte Hermine als Hurrikan auf Land treffen, ist es für Florida der erste Hurrikan seit 11 Jahren, der auf Land getroffen ist. Der letzte Hurrikan, der in Florida auf Land traf, war WILMA im Jahr 2005.

Hermine trifft auch die Südostküste der USA  

Bis zum Wochenende wird Hermine über den Norden Floridas hinweg zu den Carolina-Staaten und der Südostküste ziehen. Die folgende Animation zeigt die berechnete Zugbahn eines Wettermodells bis Sonntagmorgen:

zugbahn-hermine

Hermine wird Anfang der neuen Woche dann vermutlich als außertropischer Sturm vor der Ostküste der USA liegen. Hier noch die offizielle Vorhersage des National Hurricane Centers bis Dienstag. Der weiße Bereich ist der Unsicherheitsbereich, in dem die genaue Zugbahn von Hermine liegen kann:

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Und auf die genaue Zugbahn kommt es nun an, wenn es regional um die möglichen Regensummen und Windböen geht, die Hermine bringen kann. Hier mal die Regensummen bis Sonntag von zwei Wettermodellen im Vergleich:

A-rainsum-whole  B-rainsum-whole

Beide Modelle setzen zwei Regenschwerpunkte: nördliches Florida (der Bereich, in dem Hermine auf Land treffen wird) und von den Carolinas bis Virginia. Hier sind verbreitet 175 – über 200 l/qm Regen bis Sonntagfrüh möglich. Allerdings legt Modell B den Regen ab South Carolina weiter nach Osten zur Küste, während Modell A ihn weiter ins Landesinnere legt und somit sind dann rund um Virginia Beach in diesem Modell sogar lokal über 500 l/qm Regen möglich! Zum Vergleich: in Berlin fallen im ganzen Jahr im Schnitt 580 l/qm Regen. Modell B will dagegen in der landfall-Gegend in Floria 300-400 l/qm Regen sehen. Regional bestehen also in den Staaten noch große Unsicherheiten, wo genau es den meisten Regen geben wird. Die Zugbahn von Hermine wird es nach ihrem landfall entscheiden.

A-rainsum B-rainsum

 

Für mich im Upstate (Norden) von South Carolina ist jedenfalls klar, dass ich nicht allzu viel Regen, sondern im Wesentlichen die Wolken von Hermine abbekommen werde. Auch der Wind wird bei mir am Freitag zunehmen, allerdings wird es die stärksten Windböen mit 90 bis über 100 km/h wohl östlich des Tropensturms geben, wie die nächste Animation der maximalen Windböen zeigt. Man sieht übrigens auch sehr schön, dass im Zentrum des Tropensturms nur wenig Wind herrscht. Die stärksten Windböen gibt es immer um das Zentrum herum.

böen-carolinas

19 Kommentare

  1. Sani 1. September 2016
    • Thomas Sävert 2. September 2016
  2. Sebastian 1. September 2016
    • Thomas Sävert 2. September 2016
  3. Marcus 2. September 2016
    • Tim 2. September 2016
  4. florian 2. September 2016
  5. Meli 2. September 2016
    • Rebekka 2. September 2016
  6. Wolf 3. September 2016
    • Rebekka 3. September 2016
  7. Sabine 3. September 2016
  8. Sebastian Koch 3. September 2016
    • Rebekka 4. September 2016
  9. Dia 4. September 2016
    • Wettervorhersage 4. September 2016
  10. Willi 6. September 2017

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