Rückblick auf einen spätwinterlichen März

Der März 2018 bleibt vielen als spätwinterlicher Monat in Erinnerung: Bilder mit verschneiten Straßen gingen durch die Medien. Dies betraf vor allem den Norden und Osten Deutschlands, wo sich örtlich wahre Schneemassen auftürmten. Insgesamt war der Monat in weiten Landesteilen kälter als im Mittel der Jahre 1981 bis 2010, wobei die Temperaturen noch weit von den bisherigen Rekordwerten für den gesamten März entfernt waren. Die Niederschlagsmengen fielen sehr unterschiedlich aus, im Oldenburger Münsterland im westlichen Niedersachsen fielen gebietsweise kaum 10 Liter pro Quadratmeter, an der Ostsee örtlich mehr als 100 Liter. Vor allem im  Osten war es zum Teil deutlich sonniger als sonst, während die Sonne im Südwesten deutlich seltener schien.

Temperatur-Abweichung (in °C) im März 2018 gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von 1981 bis 2010:

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Vor allem im Nordosten und Osten war der März deutlich kälter als im Mittel (oft über 3 Grad Abweichung), in Konstanz um 0,9 Grad kälter als im langjährigen Durchschnitt.

 

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Die Karte zeigt die Niederschlagsmengen im Monat März. Besonders große Niederschlagsmengen wurden in einigen Regionen an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern registriert. Hier fiel ein Großteil der Niederschläge als Schnee und mehrfach gab es erhebliche Behinderungen auf Straßen und Schienen.

Der März startete mit eisigem Ostwind und Dauerfrost in weiten Landesteilen. Vor allem im Nordosten lagen die Höchsttemperaturen am 02. März zum Teil unter -5 Grad. In Rostock-Warnemünde wurde mit einer Tagesmitteltemperatur von -8,2 Grad der kälteste Märztag an der Station seit 1947 registriert. Verbreitet strengen, gebietsweise auch sehr strengen Frost unter -15 Grad brachte die Nacht zum 02. März, in Barth bei Stralsund wurde ein Tiefstwert von -19,2 Grad gemessen und damit die kälteste Märznacht seit Messbeginn im Jahre 1947 verbucht.  Durch den Lake Effect hatte es bereits Ende Februar in Teilen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns stark geschneit und in Eggebek bei Schleswig lag der Schnee am 01. März 40 Zentimeter hoch. Aus Bad Schwartau bei Lübeck wurden 37 Zentimeter gemeldet. Massive Schneeverwehungen legten den Straßenverkehr etwa nördlich einer Linie Husum – Kiel gebietsweise lahm. Am 04./05. März wurde es von Südwesten her rasch milder, in einigen Teilen Norddeutschlands gab es vorübergehend Glatteis durch gefrierenden Regen. Anschließend bestimmten Tiefausläufer und überwiegend milde Luft das Wetter in Deutschland. Im Nordosten und Osten wirkte sich zeitweise auch kältere Luft aus.

Zur Monatsmitte verstärkte sich ein Hochdruckgebiet über Skandinavien. An seiner Südseite breitete sich Frostluft aus Osteuropa bis zu den Beneluxstaaten aus. In vielen Teilen Deutschlands herrschte daher am 17. März Dauerfrost. In Thüringen und Sachsen lagen die Höchstwerte gebietsweise nur bei -7 Grad. Zwischen dem Hoch und tiefem Luftdruck über West- und Südwesteuropa stellten sich große Luftdruckgegensätze ein und der Ost- bis Nordostwind wehte vor allem auf Nord- und Ostsee stürmisch mit teils orkanartigen Böen. Sturmböen gab es fast im gesamten norddeutschen Binnenland.

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Die Karte zeigt die Spitzenböen am 17. März 2018 mit verbreiteten Sturmböen. Auf der Nordseeinsel Helgoland wurde mit 105 km/h sogar eine orkanartige Böe registriert. Noch stärker war der Wind auf der freien Ostsee, mit 117 km/h blieb der Wind am Leuchtturm Kiel nur knapp unterhalb der Orkanschwelle. Durch den stürmischen Wind gab es an der Ostseeküste eine leichte Sturmflut, durch die unter anderem in Flensburg einzelne ufernahe Straßen und Wege überschwemmt wurden. Ganz andere Probleme brachte der Sturm in einzelnen Ostseebädern und örtlich auch im Binnenland mit sich: Von trockenen Feldern wurde zwischen Cuxhaven und Bremerhaven Staub und Sand auf die Autobahn A27 geweht, die viele Stunden lang gesperrt blieb. An der Ostsee wurde an einigen Stränden der Sand verweht und er türmte sich auf Promenaden und Wegen zum Teil mehr als einen halben Meter hoch auf.

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Massive Sandverwehungen im Ostseebad Grömitz (Schleswig-Holstein), Foto: Thomas Sävert

 

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Eis nach dem Sturm an einem Fähranleger in Lübeck-Travemünde, Foto: Thomas Sävert

Im weiteren Verlauf wurde es nur ganz allmählich milder und ab dem 24. März wurden verbreitet wieder zweistellige Plusgrade gemessen. Zum Monatsende wurde es aber im Nordosten wieder kälter. Vor allem am Gründonnerstag und auch wieder am Samstag (30. März) schneite es in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gebietsweise kräftig und länger anhaltend.

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Die Schneehöhen am Morgen des 29. März (Gründonnerstag), fast 20 Zentimeter hoch lag der Schnee in Teilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Auch Hamburg und das nördliche Schleswig-Holstein zeigten sich winterlich weiß. Mehr Schnee lag nur in den höchsten Mittelgebirgen und in den Alpen. Am 31. März fiel im Nordosten gebietsweise erneut eine Menge Schnee.

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Schnee in Cuxhaven am 29. März (Gründonnerstag), vielen Dank fürs Foto an Christine Modlinger



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