Kältewelle mit Dauerfrost kommende Woche möglich

Derzeit deutet sich in den Wettermodellen immer mehr an, dass es ab Sonntag deutlich kälter werden wird. Bis dahin erleben wir zwar auch schon einen Übergang zu kälterem Wetter, wie soll es auch anders sein nach den vergangenen sehr milden Wochen, aber eine deutliche Umstellung könnte dann in der neuen Woche anstehen.

Hochdruck über Skandinavien

Entscheidend für die Entwicklung ist der Aufbau eines Hochs über Skandinavien. Wir sehen unten drei verschiedene Wettermodelle für den Luftdruck am kommenden Sonntag, 04. Februar 2018.  Den Aufbau des angesprochenen Hochs sehen mittlerweile alle drei Modelle recht ähnlich mit einem Druck im Zentrum gegen 1040 hPa. Am Süd- bis Südostrand des Hochs würde sich dann kontinentale Kaltluft aus Russland auf den Weg zu uns machen.

luftdruck_sonntag

 

Bis zum kommenden Dienstag, also am heutigen Mittwoch in 6 Tagen, nehmen die Unsicherheiten schon etwas zu, dahingehend wie sich die genaue Druckverteilung darstellt. Das erste Modell in der Grafik (ECMWF) und das dritte Modell ganz links (US Modell GFS) sind aber recht ähnlich. Jedenfalls würde sich die Kaltluftzufuhr weiter verstärken, wobei es darauf ankommen wird, ob sich der Kaltluftstrom wirklich genau und auf direktem Weg nach Deutschland ausrichtet.

luftdruck_dienstag

Temperaturentwicklung

Die folgenden beiden Grafiken zeigen die Tageshöchsttemperaturen jeweils am Montag, Dienstag und am Mittwoch. Die ersten Karten sind aus dem ECMWF Modell, die zweiten Karten unten aus dem US Modell GFS. Wir sehen, dass sich in vielen Regionen Dauerfrost einstellen könnte, es aber andererseits auch nicht die ganz große Kältekanone wäre. Höchstwerte etwas über 0 Grad am Tage sind ebenso in einigen Regionen im Bereich des Möglichen. Die Tiefstwerte würde natürlich deutlich knackiger ausfallen, aber da eine verbreitete Schneedecke bis dahin sehr wahrscheinlich nicht zustande kommt, wäre es auch nachts nicht so extrem kalt. Da kann ein Februar auch mehr hinlegen.

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Temperaturvergleich XL Vorhersage und Ensemble

Wir blicken zunächst auf die XL Vorhersage für Hamburg und etwas weiter unten für München. Hier werden verschiedene Wettermodelle verglichen und die Linien zeigen dann einen Trend (oder auch nicht, wenn sie sehr weit auseinandergehen). Der Trend hin zu einer weiteren Abkühlung kommende Woche ist in beiden Diagrammen eindeutig. Nachtfrost wird von allen Modellen berechnet, und ja, das ist in diesem Winter schon erwähnenswert. In Hamburg liegen die Höchstwerte maximal etwas über 0 Grad, in München dürfte es schon mit höherer Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost reichen.

xl_hh

xl_muc

 

Die folgenden Diagramme für Berlin und Düsseldorf zeigen 50 verschiedene Berechnungen des ECMWF Modells – das Vorhersage-Ensemble. Es funktioniert im Grunde ähnlich, wie auch der XL Vergleich oben. Hier handelt es sich allerdings nur um ein Modell, was alle 50 Lösungen berechnet. Man kann auch hier schauen, ob es einen Trend gibt und wo beispielsweise der Mittelwert (dunkelblaue Linie) liegt.

Ich habe hier den Mittelwert, den auch Sie in den Diagrammen mit einem mouseover ablesen können, jeweils für Montag bis Donnerstag für den Termin 13 Uhr eingetragen. Es gibt logischerweise auch noch etwas kältere sowie etwas mildere Lösungen, wir sehen es an der Spannbreite, die aber so tierisch groß nicht ist. Es gibt noch etwas Luft nach unten, also kälter, aber auch Luft nach oben (milder). Zusammengefasst sieht es in diesem Zeitraum sowohl für Berlin, als auch für Düsseldorf im Großen und Ganzen nach Höchstwerten um oder sogar etwas unter 0 Grad aus.

berlin_eps

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Nach heutigem Stand am Mittwoch, 31.01.2018, ist die Wahrscheinlichkeit also recht hoch, dass sich sogar die kälteste Witterungsphase des bisherigen Winters 2017/2018 einstellt, was nicht sonderlich schwer ist. Gewisse Unsicherheiten sind natürlich noch gegeben. Insbesondere drückt ein massiver Kältepol über dem östlichen Kanada auf den Nordatlantik. Dieser stützt allerdings zunächst das Hoch auf dem Atlantik, welches uns die Meeresluft vom Hals hält. Es besteht aber immer die Möglichkeit, dass dieser Kältepol kräftige Tiefs anfeuert, die rasch nach Europa ziehen und uns wieder mildere Atlantikluft bringen. Also über Nachhaltigkeit brauchen wir hier noch nicht zu sprechen.

Kann man schon was zu Schnee sagen?

Die Karte unten zeigt die berechnete Schneehöhe am kommenden Montag um 7 Uhr. Ein längerer Zeitraum bis dahin, also etwas mit Vorsicht zu genießen. Ein paar Krümel sind hier und da auch in tiefen Lagen möglich, eine frische Auflage gibt es bis dahin recht verbreitet in den höheren Lagen. Mit der kälteren Luft ab Montag wird die Luftmasse auch immer trockener. Wir haben es halt mit Hochdruckeinfluss zu tun, wenn auch nicht unbedingt lupenrein, aber eben nicht mit kräftigem Tiefdruckeinfluss. Soll bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit für stärkere Schneefälle zunächst nicht sehr hoch ist.  Am ehesten könnte der Süden von Ausläufern des Mittelmeertiefs beeinflusst werden oder auch der Nordosten durch Lake-Effect von der Ostsee her.  Ebenso wäre ein Übergreifen von schwachen Fronten auf den Nordwesten denkbar. Ganz hoffnungslos ist die Lage für Freunde des weißen Goldes also nicht, aber jetzt genug der Spekulation. Sicher werden auch viele fragen, ob es denn dann Sonnenschein geben wird. Sagen wir mal so, die Chancen stehen nicht schlecht. Aber auch da ist das Ganze noch nicht lupenrein und zu weit weg. Wir bleiben natürlich dran.

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3 Kommentare

  1. Kofelheini 31. Januar 2018
    • Fabian 31. Januar 2018
  2. Wolfgang 1. Februar 2018

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